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News: Sonntag, 4. Oktober 2015

Bosch macht das Fräsen digital

So präsentiert sich die Oberfräse GOF Professional 1250 LCE in der HolzWerken-Testwerkstatt.

Das ist ungewöhnlich: Aus dem Bedienheft der Bosch-Oberfräse GOF Professional 1250 LCE flattert zunächst einmal ein Umschlag mit einer Knopfzellen-Batterie. Die will als erster Schritt in die Maschine eingesetzt werden, damit diese arbeitsfähig ist. Diese Maschine ist die weltweit erste Oberfräse, die eine digitale Feineinstellung besitzt. Diese wird nicht über das Netzkabel mit Strom versorgt, sondern über die Batterie. Erste Regel also: Immer mindestens eine Batterie in Reserve haben, sonst kann die Oberfräse nicht mehr sinnvoll genutzt werden.
Offen gestanden: Wir waren skeptisch, ob diese Digitalisierung der Holzwerkstatt wirklich einen Mehrwert bietet. Digitale Anbauteile wie zum Beispiel Laser bei Kappsägen wirken oft wie billig zugekauft und lustlos angeschraubt. Doch Bosch macht es besser. Die Messeinheit ist solide verbaut, so dass sie auch noch nach einigen Jahren und manchen Stößen funktionieren dürfte (was viele andere digitale Holz-Gadgets wie Messschieber oder Winkelboxen nicht tun).
Ein großer Vorteil ist die recht gute Ablesbarkeit im Vergleich zu kleinteiligen Skalen, die Holzwerkern mit schlechter Sehkraft entgegenkommt. Und dann die Präzision: Es gelingt tatsächlich, regelmäßig und wiederholbar die zehntelmillimetergenau gleiche Tiefe einzustellen und zu fräsen. Feineinstellungen sind auch noch bei arretierter Höhenverstellung möglich. Auch wenn sich kein Holzwerker zum Sklaven des Zehntelmillimeters machen sollte: Manchmal ist genau diese Präzision doch hochwillkommen.
Eng am Fräser umbaute Oberfräsen saugen oft sehr gut den Staub ab – die neue GOF 1250 LCE schafft das auch. Leider fällt dann aber kein Umgebungslicht mehr in den Arbeitsbereich. Bosch setzt daher bei dem Di­gital-Modell obendrein sechs LED-Lämpchen ein, die es dort taghell machen, wo es drauf ankommt. Allerdings leuchten diese immer, wenn die Maschine am Stromnetz hängt.
Die Verarbeitung ist Bosch-Blau-typisch sehr überzeugend. Ein weiteres Plus bietet das ­Zubehör: Eine stabile L-Boxx schützt die Maschine und ein fein justierbarer Anschlag sowie eine werkzeuglos montierbare 17-mm-Kopierhülse liegen darin. Auch der Zentrierdorn ist dabei. Das ist bei Festools OF 1010 anders. Insgesamt läuft die Bosch GOF 1250 LCE tatsächlich Festools Modell im unteren Leistungssegment durch die Summe ihrer Ausstattungsmerkmale den Rang ab. Denn der Preis ist mit rund 400 Euro geringer als bei der OF 1010 EBQ Plus.


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