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Lesergalerie Rubrik: Werkstatttipps

Festo OF1000 Feineinstellung für Frästiefe

Einsendung: 05.01.2020
von Karl Aichinger aus
Ich hatte mal eine grüne Bosch-Oberfräse, da ist nach dem Fräsen von 30 Küchenschranktüren der Motor abgeraucht. Reparatur unwirtschaftlich. Dann hab ich mir die Festo OF1000 zugelegt. Mit der bin ich seit 15 Jahren super zufrieden.
Nur ein Feature hatte die grüne, das ich bisher bei keiner OF mehr gesehen habe: Eine Rändelschraube in der Tragsäule, an der man die Frästiefe sehr präzise einstellen konnte. Vor allem im Frästisch ist das praktischer als das Gefummel mit den Revolveranschlägen.
Das Problem kennen wohl viele, sonst gäbs nicht so zahlreiche Fräsliftkonstruktionen.

Ich hab mir nun gedacht, wozu einen Fräslift mit Hebelei und Linearführungen, wenn das alles an der Fräse eh schon dran ist. Eigentlich fehlt nur eine Schraube.
Also mal schnell die OF1000-Höheneinstellung zerlegt und siehe da, es ist wirklich so einfach.
Wenn man die lange Inbusschraube neben der dickeren Säule rausdreht, kann man die Bodenplatte abziehen. Dabei fallen die Feder und ein 8mm Stahlstift raus (den braucht man nicht mehr).
Den genauen Umbau sieht man auf der Zeichnung, braun ist alles bestehende,grün/blau sind die neuen Teile.

Das zentrale Teil ist ein 8mm Stahlbolzen, der im oberen Drittel ein M8-Gewinde hat und unten ein M5-Innengewinde. Er muss so lang sein, dass er bei oberster Fräseneinstellung noch ca 10mm aus dem Gehäuse oben rausschaut. Von unten wird er durch das Standrohr mit eine M5 Senkschraube gehalten.

Da das Alugussgehäuse an der oberen Bohrung recht dünn ist, hab ich noch eine Messingführungsbuchse von innen eingesetzt. Länge10, innen 8, aussen 10/12. Die Buchse hält durch den Federdruck von selbst. Das Loch im Gehäuse muss man entsprechend aufbohren.

Das obere Gegenstück besteht aus einer M8 Verbindungsmutter, die ich zur Hälfte auf 10 mm aufgebohrt und ein Stück 8/10mm Messingrohr eingepresst habe. Dieses muss so lang sein, dass es bei tiefster Fräsereinstellung noch min. 10mm über den Bolzen übersteht. Oben auf das Rohr kommt noch ein Sterngriff oder eine größere Rändelschraube.

Vor der Montage alle Teile von Spänen säubern und Gleitflächen leicht einfetten.
Der Zusammenbau geht wie folgt: Den 8mm Bolzen durch die Grundplatte verschrauben, die Feder von oben in das Rohr stecken, die Messingbuchse von unten ins Gehäuse drücken, die beiden Teile der Fräse zusammensetzen und mit der langen Inbusschraube sichern. Zum Schluss eine Beilagscheibe auf den Bolzen und die Einstellmutter aufschrauben.
Nun sollte sich die Frästiefe präzise an der Sternschraube einstellen lassen. Den Klemmgriff muss man natürlich weiterhin zum Einstellen lösen und zum Fräsen festziehen!

Etwas tricky ist die untere 5mm Bohrung. Sie muss ja exakt zentrisch sein, Die Säule kann man von der Bodenplatte nicht trennen und das komplette Teil war für meine Drehbank zu groß. Ich hab die Säule trotzdem ins Drehfutter gespannt und mit einem Zentrierbohrer im Reitstock das Zentrum markiert. Gebohrt hab ichs dann auf der Metallfräse. Die erste Idee war eine Zentrierbuchse ins Rohr stecken und von innen bohren, dann braucht man aber einen 20cm langen 5er Bohrer. So hab ich übrigens das obere Loch aufgebohrt, der 10er Bohrer war grade lang genug.

Es lässt sich übrigens alles auf original rückbauen und wenn die lange Einstellschraube mal stört, kommt einfach eine Hutmutter auf den Bolzen.
Wenn man den jetzt eigentlich überflüssigen Revolver abschraubt, hat man noch 1cm mehr Verstellweg. Der ist vor allem bei dicken Frästischen oft recht praktisch.





Benötigte Zeit
(in Stunden)

4

Verwendete Materialien

Rundstahl
Messingrohr

Verwendete Werkzeuge

Standardwerkzeug
Drehbank
Gewindeschneider

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