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Entwurf und Bau eines Doppelbettes – Teil 1 / 4

Verfasst von: Veronika Zenz | 20.04.2017

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Bett - Details

Vor einem Jahr habe ich für meinen Freund und mich ein Doppelbett gebaut. Fotos vom fertigen Bett habe ich damals auf meinem Blog veröffentlicht, aber bisher noch nichts über den Bau des Bettes erzählt. Hier also die Entstehungsgeschichte.

Am Anfang stand der Wunsch, unser übernommenes Spanplattenbett durch eines aus Vollholz zu ersetzen. Klar war auch, dass wir ein Kopfteil wollten. Hinter dem alten Bett war eine Ablage, sodass wir nicht angenehm im Bett sitzen konnten. Das hohe Fußteil des alten Bettes störte auch. Wir sind beide recht groß, und mit den Füßen dauernd anzustoßen, nervt. Wir haben einen recht hohen Lattenrost und eine dicke Matratze (beides gemeinsam 28 cm), und es wäre nett, wenn letztere nicht wie bisher zu zwei Drittel herausstehen würde. Wir wollten ein Bett, das leicht wirkt und gleichzeitig auch die wuchtige Matratze versteckt. Und ich war fest entschlossen, ein Möbel mit fließenden Linien zu bauen. Ich bewundere die lebendigen Möbel von Sam Maloof und ein erster kurzer Besuch bei André Findeisen im Herbst davor hatte mich nochmal überzeugt, dass ich einmal ohne rechte Winkel bauen möchte – und dass das auch möglich ist. Zeit hatte ich auch, also war ich super motiviert, etwas Außergewöhnliches und Einzigartiges zu bauen. Ich war bereit für ein Projekt, das die Grenzen meines Könnens berührt, eventuell aufzeigt aber idealerweise erweitern würde. Ihr ahnt es – bei solchen Projektvoraussetzungen sind Fehler aber auch neue Erkenntnisse vorprogrammiert.

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Kurven brauchen Platz - Detail des gehrungsverleimten Fußes am Bettende

Die Vorgaben zusammengefasst:

  1. Innenmaße 180x200 cm
  2. Material: Vollholz, hell, Metallbeschläge erlaubt
  3. Kopfteil zum Sitzen und Anlehnen
  4. Fußteil Oberkante unter Matratze
  5. Zarge beginnt 20 cm über dem Boden, um gut darunter Saugen zu können
  6. Die Matratze soll nur etwa zehn Zentimeter hervorstehen
  7. Wirkung: leicht mit fließenden Übergängen zwischen den Einzelteilen

Die ersten fünf Vorgaben waren leicht zu erfüllen: vier Füße, vier Zargen und ein Kopfteil – simpel.

Die letzten beiden optischen Vorgaben waren knifflig. Besonders die Anforderung, eine dicke Matratze hinter einer trotzdem leicht wirkenden Zarge zu verstecken, bereitete mir Kopfzerbrechen –ist sie ja im Grunde widersprüchlich. Gelöst habe ich das Problem, indem ich zu zwei Tricks gegriffen habe: Zum einen habe ich die Zargen abgeplattet: die volle Dicke haben die Zargen nur auf den obersten neun Zentimetern. Sie wirken dadurch leicht. Insgesamt sind die Zargen aber bis zu 26 Zentimeter breit und verdecken damit den Großteil der Matratze. Die Füße sind geschwungen und die Zargen führen in der Abplattung den Bogen der Füße fort. Die zweite ausschlaggebende Idee für das Design war, dass zwar die Auflage für den Lattenrost gerade sein muss, nicht aber die Oberkante der Zarge. Die seitlichen Zargen habe ich also zum Fußteil schräg nach oben laufen lassen. Das bringt noch mehr Bewegung und Fluss in das Möbel.

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Das fertige Bett

Das Bett ist also ein Designexperiment. Und auch ein Bauexperiment. Denn auch der Bau verläuft nicht nach einem bekannten Schema und erforderte einige nicht alltägliche Vorgehensweisen.

Im Artikel nächste Woche zeige ich euch den Bau des Bettes und gehe dabei im Detail auf diese eher ungewöhnlichen Bauschritte ein. Ihr zeige euch unter anderem Vorgehensweisen zum

 * Bau geschwungener Möbelfüße
 * Herstellung ausladender Füße durch Gehrungsverleimung
 * Fräsen geschwungener Abplattungen

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