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Welcher Holzwerkertyp sind Sie?

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 01.04.2015

Wussten Sie, dass sich Holzwerker in ganz klar abgegrenzte Kategorien einteilen lassen? Aktuelle Studien haben dies ergeben und das Ergebnis gibt es ganz exklusiv hier und heute zum Nachlesen.

Der Werkzeugsammler
Sein eigentliches Hobby ist nicht das Holzwerken, sondern das Sammeln und katalogisieren von Werkzeugen. Herstellerkataloge dienen als Bettlektüre und er ist immer auf dem neuesten Stand. Aufgrund seiner umfassenden Werkzeugsammlung ist er für jedes Problem, jede Arbeit und jede noch so abwägige Situation gewappnet. Vor allem Elektrowerkzeuge haben es ihm angetan. Diese werden immer fein geputzt und poliert. Leider ist es ihm nicht mehr möglich mit Holz zu arbeiten, denn das könnte den Werkzeugen schaden. Außerdem ist die Werkstatt inzwischen so voll, dass es ihm unmöglich geworden ist, Werkstücke mit mehr Fläche als ein DIN A4 Blatt groß ist zu bearbeiten.

Der Esoteriker
Möbel werden nur aus Holz gebaut, das selbst angepflanzt, eingeschlagen, aufgesägt und getrocknet wurde. Gearbeitet wird nur mit Handwerkzeugen, denn nur so kann man die Seele des Holzes spüren. Möbelstücke werden nicht geplant, denn das Holz sagt dem Holzwerker schon selbst, was aus ihm werden soll. Der Weg ist das Ziel. Es gilt, die optimale Balance zwischen Spiritualität und Handwerk zu finden.

Der Klotzer
Klotzen statt kleckern. Es muss ja nicht schön sein, Hauptsache es geht schnell. Sein liebstes Werkzeug ist der Druckluftnagler. Löcher kann man ja wieder verspachteln, kommt ja sowieso Farbe drauf. Als Werkstoff kommen bevorzugt Pappel- Sperrholz, Dachlatten und OSB Platten zum Einsatz. Wenn das Ergebnis dann "irgendwie seltsam" aussieht, deklariert man es als Kunst und jeder der das anders sieht hat schlichtweg keine Ahnung.

Der Messtechniker
Er benötigt vor allem hochpräzise Messwerkzeuge. Vor jedem Einsatz werden Werkzeuge und Maschinen zur Sicherheit noch einmal nachjustiert. Schließlich gilt es, jeden zehntel Millimeter, und jede Winkelsekunde zu berücksichtigen. Beim Handhobel wird grundsätzlich probegehobelt und mittels Messschraube die Spandicke geprüft, bevor am Werkstück damit gearbeitet wird. Das Holz "arbeitet" und gewisse Toleranzen mit sich bringt, ist als Tatsache zwar bekannt, muss aber nicht zwingend auch akzeptiert werden.

Der Ingenieur
Es gibt nichts, das mit der Hilfe einer Vorrichtung oder Schablone nicht noch einfacher gehen kann. Grundsätzlich wird für alles eine Vorrichtung gebaut. Wie sonst soll man denn vernünftig arbeiten. Auch das Schleifpapier wird mittels einstellbarer Schablone passend für den Schleifklotz gefaltet. Entsprechend seiner Vorlieben benötigt dieser Holzwerker typ mindestens 50m² mehr Werkstattfläche als herkömmliche Holzwerker. Davon entfallen 20m² auf die Metallverarbeitung inkl. Drehbank und Fräse, 30m² werden als Lagerfläche für die Schablonen benötigt.

Der Theoretiker
Das Holzwerken ist eine ernste Sache und hier wird nichts dem Zufall überlassen. Vor jedem Gang in die noch nicht fertige Werkstatt wird erst einmal gründlich recherchiert. Was schreibt die Fachliteratur? Was meinen die Nutzer der Onlineforen? Was sagt die Wissenschaft? Schließlich gibt es kein Detail, das man dem Zufall überlassen soll. Selbst der optimale Anspitzwinkel des Bleistiftes wird mittels mehrerer Tage in Anspruch nehmenden Testreihen ermittelt. Bei Servicehotlines von Werkzeugherstellern ist dieser Holzwerkertyp aufgrund seiner Wissbegierigkeit und Ausdauer besonders beliebt. Leider ist auch nach zehn Jahren Holzwerkerei kein fertiges Werkstück entstanden - aber die Planung ist zu 78,65% fertig.-Das behauptet zumindest die Projektmanagement- Software.

Der "normale" Holzwerker
Wie die Studie vom 01. April 2015 zeigt, gibt es diesen schlichtweg nicht.

Und welcher Holzwerkertyp sind Sie?

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