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Von Körnern, Sieben und Abständen

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 18.11.2014

Auf den meisten Schleifpapieren ist eine Zahl aufgedruckt, welche die sogenannte "Körnung" angibt. Dass es sich hierbei um die Anzahl der Schleifkörner auf eine bestimmte Fläche, oder die reale Korngröße handelt, ist nicht richtig. Die Zahl gibt an, wie viele Maschen auf einen Zoll (25,4 mm) Länge das Sieb hatte, mit dem die Schleifkörner selektiert wurden. Das klingt kompliziert, ist aber für den Anwender nicht relevant. Wichtig zu wissen ist lediglich, dass es ein einheitliches System gibt, nach dem man erkennen kann, ob ein Schleifmittel grob (kleine Zahl) oder fein (große Zahl) ist. Ein sehr wichtiges Detail hierbei ist der Buchstabe "P", welcher der Zahl vorangestellt ist. Denn nur wenn dies der Fall ist, wurden die Schleifkörner nach der beschriebenen Norm selektiert und sortiert. Bei Schleifmitteln ohne diese Kennzeichnung ist also nicht sichergestellt, dass die aufgedruckte Zahl wirklich der Körnung entspricht. Das Fehlen des vorangestellten "P" bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass dieses Schleifpapier schlecht sein muss.

aufbau von Schleifpapier

Der Aufbau eines Schleifpapieres

Ein weiterer Aspekt, der von vielen Anwendern unterschätzt wird, ist die Art der Streuung. Damit ist gemeint, in welchen Abständen zueinander die einzelnen Schleifkörner auf das Trägermaterial aufgebracht wurden. Sitzt hierbei ein Korn direkt neben dem Anderen, spricht man von einer geschlossenen Streuung. Werden die Abstände größer, ist von einer halboffenen Streuung die Rede. Bei besonders großen Abständen zwischen den Körnern handelt es sich um eine offene Streuung.

Vergleich offen gestreutes und geschlossen gestreutes Schleifpapier

Vergleich offen gestreutes und geschlossen gestreutes Schleifpapier

Eine offene Streuung hat den Vorteil, dass sich das Schleifpapier nicht so schnell zusetzt und die Standzeit besonders bei schwierigen Werkstoffen, wie harzigen Hölzern oder Lacken erhöht wird. Der Nachteil ist, dass weniger Schleifkörner pro Fläche vorhanden sind, welche für Abtrag sorgen. Das wird jedoch meist durch die Verwendung von aggressiven Schleifkörnern kompensiert. Somit spricht auch nichts gegen die Verwendung offen gestreuter Schleifpapiere als universelles Schleifmittel.

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