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Von 0 auf 45

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 27.11.2018

Gehrungen sind gemein! Man sieht jeden noch so kleinen Fehler. ein halbes Grad Abweichung und man hat eine Fuge, wo man sie nicht haben möchte. Schlimmer noch ist es, wenn man Gehrungen hat, bei denen der Schnitt wellig geworden ist. Und dann muss man noch das richtige Längenmaß einstellen. Dabei sind die Skalen natürlich nicht zu gebrauchen. Für alle diese Probleme habe ich eine Lösung für Sie.

Die Gehrung wird nicht dicht.

Wenn Gehrungen nicht dicht werden hilft ein leichter Hinterschnitt. Sie stellen also etwa 0,2 - 0,3° mehr ein, als sie eigentlich benötigen. Dadurch wird die Gehrung außen auf jeden Fall dicht. Innen bleibt ein minimaler Spalt, der aber keine Auswirkung auf die Haltbarkeit von Verleimungen hat und auch nicht wirklich sichtbar ist.

Leider bieten nicht alle Tischkreissägen die Möglichkeit solche Hinterschnitte über 45° zu machen. Auch das ist kein Problem. Sie brauchen lediglich ein wenig dickes Klebeband. Das kleben Sie auf den Schiebeschlitten oder den Tisch Ihrer Säge, recht nahe ans Sägeblatt. Durch das aufgeklebte Bad ändert sich der Winkel minimal, aber ausreichend. Sie werden sehen, Ihre Gehrungen sehen durch diesen Trick wesentlich besser aus.

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Je nach Dicke des Klebebandes brauchen Sie zwei oder drei Lagen. Ein untergelegtes Stahllineal erfüllt den gleichen Zweck. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass das Lineal verrutscht und ins Sägeblatt gelangt.

Je nach Dicke des Klebebandes brauchen Sie zwei oder drei Lagen. Ein untergelegtes Stahllineal erfüllt den gleichen Zweck. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass das Lineal verrutscht und ins Sägeblatt gelangt.

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Welliger Schnitt

Ein welliger Schnitt beim Sägen von Gehrungen hat seine Ursache oft in einem zu feinen Sägeblatt. Moderne Tischkreissägen verwenden immer dünnere Blätter. Beim Schneiden einer Gehrung verwinden sich die Blätter gerne durch den hohen Gegendruck (Schnittdruck). Je mehr Zähne das Blatt hat, umso höher der Schnittdruck.

Verwenden Sie also lieber ein Sägeblatt mit weniger Zähnen. Bei einem Blattdurchmesser von 250 Millimetern hat sich bei mir ein sogenanntes Universalblatt mit 40 Zähnen für diese Schnitte bewährt.

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Beim Gehrungsschnitt von Massivholz haben Sie weder einen echten Querschnitt, noch einen Längsschnitt. Da schlagen sich solche Universalblätter ganz hervorragend.

Beim Gehrungsschnitt von Massivholz haben Sie weder einen echten Querschnitt, noch einen Längsschnitt. Da schlagen sich solche Universalblätter ganz hervorragend.

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Das richtige Längenmaß

Wenn Sie Werkstücke schneiden, bei denen auf beiden Seiten eine Gehrung ist, können Sie die Skala Ihrer Tischkreissäge in der Regel nicht nutzen, da diese auf den Schnitt im 90° Winkel ausgerichtet ist. Statt mühsam alles genau anzuzeichnen jeden Schnitt neu einzurichten, können Sie auch folgenden Trick anwenden:

Schneiden Sie zunächst alle Werkstücke im 90° Winkel auf die gewünschte Länge. Dabei können Sie die Skalen Ihrer Tischkreissäge nutzen. Anschließend montieren Sie einen Holzklotz am Parallelanschlag, der mindestens fünf Millimeter dicker ist als Ihre Werkstücke. Jetzt schneiden Sie eine Gehrung genau auf null. Dazu können Sie auch ein Reststück nehmen. Wenn Sie die Gehrung sauber angeschnitten haben, ziehen Sie den Schiebetisch zurück, ohne dass Ihr Werkstück verrutscht (Spannen Sie es gegebenenfalls fest). Schieben Sie nun den Parallelanschlag samt Klotz an die geschnittene Gehrung heran. Der Klotz endet vor dem Sägeblatt.

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Verwenden Sie für Gehrungsschnitte alle Hilfsmittel, die Ihnen zur Verfügung stehen. Für den ersten Schnitt ist ein Niederhalter sehr sinnvoll. Alternativ können Sie auch den Längenanschlag verwenden, damit das Werkstück nicht verrutscht.

Verwenden Sie für Gehrungsschnitte alle Hilfsmittel, die Ihnen zur Verfügung stehen. Für den ersten Schnitt ist ein Niederhalter sehr sinnvoll. Alternativ können Sie auch den Längenanschlag verwenden, damit das Werkstück nicht verrutscht.

Schneiden Sie eine Gehrung genau “auf Null”

Schneiden Sie eine Gehrung genau "auf Null”

Befestigen Sie einen Hilfsanschlag am Parallelanschlag Ihrer Tischkreissäge.

Befestigen Sie einen Hilfsanschlag am Parallelanschlag Ihrer Tischkreissäge.

Schieben Sie den Anschlag dicht an die Spitze der geschnittenen Gehrung. Dieses Bild zeigt auch deutlich, warum der Hilfsanschlag dicker sein muss, als das zu schneidende Werkstück.

Schieben Sie den Anschlag dicht an die Spitze der geschnittenen Gehrung. Dieses Bild zeigt auch deutlich, warum der Hilfsanschlag dicker sein muss, als das zu schneidende Werkstück.

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Mit dieser Einstellung können Sie nun die Gehrungen sauber, sicher und genau an unterschiedlich lange Werkstücke schneiden. Diese Lösung bietet sich vor allem für schmale Teile an. Eine Variante für breitere und vor allem auch lange Werkstücke zeige ich Ihnen aber demnächst auch noch.

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Eine solche Gehrung wirkt nur, wenn sie auch wirklich dicht ist.

Eine solche Gehrung wirkt nur, wenn sie auch wirklich dicht ist.

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