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Viele Rahmenhölzer , ganz exakt

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 22.08.2017

Sinn und Zweck einer Rahmen-Füllungs-Konstruktion ist es, dass der Rahmen sein Außenmaß beibehält, auch wenn sich das Raumklima ändert und das Holz sich ausdehnt oder zusammenzieht. Die Füllung im Rahmen kann frei arbeiten, der Rahmen verändert aufgrund seines Holzquerschnittes sein Maß nur minimal. So zumindest ist die Theorie. Damit das auch in der Praxis funktioniert, müssen die Rahmenhölzer bestimmte Kriterien erfüllen.

Anhand des Vorbereitens von Buchenholz für Rahmentüren und Vollauszüge aus Holz möchte ich Ihnen meine Vorgehensweise zeigen. Am Ende sollen einige gerade Hölzer,mit exakten Maßen und möglichst wenig Neigung zum Verzug herauskommen. 

Als Material kommt in diesem Fall Buchenholz zum Einsatz. Genauer gesagt, sogenannte Pollmeier-Buche. Das ist besonders gleichmäßig und schonend getrocknetes Holz, das bereits auf eine gleichmäßige Dicke geschliffen wurde. Besäumt ist es auch schon. Der relativ hohe Kubikmeterpreis wird durch den sehr geringen Verschnitt wieder kompensiert. Das Holz kommt als Seitenbretter, mit liegenden Jahresringen. Nimmt man dicke Bohlen und trennt diese Hochkant auf, bekommt man Hölzer mit vorwiegend stehenden Jahresringen. Das ist ideal für Rahmen. Holz mit stehenden Jahresringen neigt weniger zum Verziehen, als Hölzer mit liegender Maserung. Stehende Jahresringe bedeuten auch, dass die Maserung des Holzes sehr schlicht ist. Das passt dann auch sehr gut zu einer etwas stärker gemaserten Füllung.

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Aus liegend wird stehend.

Aus liegend wird stehend.

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Die 64 Millimeter starken und zwischen 20 und 30 Zentimeter breiten Bohlen werden mit der Handkreissäge erst einmal in handliche Stücke zerlegt. Ich lasse etwa acht Zentimeter Aufmaß in der Länge. Schließlich kann es beim Hobeln schon mal zum berüchtigten Hobelschlag kommen, der dann abgeschnitten wird. Nach dem Ablängen mit der Handkreissäge werden die Hölzer noch in der Breite aufgetrennt. Hierbei werden eventuell vorhandene Spannungen frei. Es kann passieren, dass sich das Holz beim Sägen schon etwas verzieht. Die gedämpfte Pollmeier-Buche ist da aber recht unproblematisch. Ich habe mir trotzdem angewöhnt einen Trennschnitt zu machen, auch wenn es möglich wäre, schmale Leisten einfach von der Kante weg zu schneiden. 

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Das Trennen mit der Handkreissäge und einer Führungsschiene ist bequem und sicher.

Das Trennen mit der Handkreissäge und einer Führungsschiene ist bequem und sicher.

Mit zwei Schnitten kommt man auch durch dickes Holz.

Mit zwei Schnitten kommt man auch durch dickes Holz.

Beim Auftrennen an der Tischkreissäge wird der Parallelanschlag zurückgezogen.

Beim Auftrennen an der Tischkreissäge wird der Parallelanschlag zurückgezogen.

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Die Hölzer sind nun handlich genug, um abgerichtet zu werden. Ich richte beide Kanten und eine Fläche ab. Anschließend werden die Hölzer auf eine Dicke von 60 Millimetern für die Rahmen und 50 Millimetern für die Vollauszüge gebracht. Erst danach geht es ans Schneiden der Leisten.

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Abrichten der Fläche

Abrichten der Fläche

Kanten abrichten

Kanten abrichten

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Dickenhobeln

Dickenhobeln

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Von den beiden abgerichteten Kanten aus werden Leisten mit einer Stärke von 22 Millimetern für die Auszüge geschnitten. Die Rahmenteile werden auf 26 Millimeter aufgetrennt. Beim späteren Dickenhobeln werden die Leisten dann zwei Millimeter dünner. Nach jedem Schnitt wird die Kante erneut abgerichtet. Das ist viel einfacher, als das Hobeln vieler schmaler Leisten. Am Ende bleibt aber dennoch meist ein recht schmaler Rest. Dieser lässt sich sicherer und einfacher mit einem niedrigen Hilfsanschlag, statt eines hohen Fügeanschlages hobeln.

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Beim Auftrennen schmaler Leisten wird ein Zuführholz verwendet.

Beim Auftrennen schmaler Leisten wird ein Zuführholz verwendet.

Nach jedem Schnitt wird die Kante abgerichtet.

Nach jedem Schnitt wird die Kante abgerichtet.

Aus den "Blöcken" werden schmale Streifen.

Aus den "Blöcken" werden schmale Streifen.

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Nach dem Auftrennen und Abrichten haben die Leisten bereits drei gehobelte Seiten, die auch rechtwinklig zueinander sind. Sie müssen also nur noch auf die richtige Dicke gebracht werden. Im ersten Durchgang wird die Sägeraue Seite gehobelt. Im Zweiten Durchgang noch einmal die Seite, die nur abgerichtet war. Die Dickenhobelmaschine macht in der Regel eine viel bessere Oberfläche als die Abrichte. Daher ist es immer ratsam auch die abgerichtete Fläche noch einmal mit dem Dickenhobel zu bearbeiten. Die Leisten müssen jetzt nur noch auf die richtige Länge gebracht werden. 

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Die letzten Hobelgänge.

Die letzten Hobelgänge.

Ablängen der Teile für Rahmen und Schubkastenführungen.

Ablängen der Teile für Rahmen und Schubkastenführungen.

Fertig!

Fertig!

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Die hier gezeigte Vorgehensweise hat sich bei mir für kleinere Holzquerschnitte bewährt. Theoretisch wäre es natürlich besser, jede einzelne Leiste separat abzurichten, (das ist bei größeren Querschnitten auch bei mir die bevorzugte Arbeitsweise) aber das geht bei diesen Querschnitten (60 x 20mm) nicht wirklich sehr gut.

Mit so vorbereiteten Hölzern, rechtwinklig, alle gleich breit und gleich dick, lassen sich dann auch die in den vergangenen Wochen gezeigten Holzverbindungen passgenau herstellen. 

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