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Topfbänder mal ganz anders einfräsen

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 25.10.2016

Zunächst einmal klingt die hier gezeigte Variante etwas unsinnig, das gebe ich gerne zu. Sie benötigen einen Bohrer mit einem Durchmesser von 35 Millimetern, um damit eine Schablone zu erstellen, mit der Sie dann Löcher mit dem gleichen Durchmesser fräsen können. Aber dennoch ergibt das Ganze Sinn. Nämlich dann, wenn Sie öfter Topfbänder verarbeiten, wenn Sie diese in empfindliche Materialien einsetzen, oder wenn Sie Türen mit einer Materialstärke von nur 15 Millimetern bauen möchten. Denn das wird mit einem normalen Forstnerbohrer recht schwierig, nicht aber mit der folgenden Methode.

Sie benötigen nur zwei Abfallstücke Sperrholz in den Stärken 18 und 6 Millimeter, einen Forstnerbohrer mit einem Durchmesser von 35 Millimetern und einen Bündigfräser. Der Forstnerbohrer muss nichts Besonderes sein. Er wird nur benötigt um ein Loch für die Schablone zu bohren. Es kann also ein ganz billiger Bohrer sein. Beim Bündigfräser sind allerdings ein paar Dinge zu beachten:

  • Er muss zum Eintauchen geeignet sein, also stirnschneidend.
  • Er darf nur eine Schneidenlänge von 19 - 20 Millimetern haben.
  • Der Durchmesser liegt idealerweise bei 16 - 20 Millimetern.
  • Das Anlaufkugellager muss oben sein.
Die hier gezeigte Schablone funktioniert mit diesem Fräser ausgezeichnet. Wenn Sie einen längeren Fräser verwenden muss die Schablone dicker sein.

Die hier gezeigte Schablone funktioniert mit diesem Fräser ausgezeichnet. Wenn Sie einen längeren Fräser verwenden muss die Schablone dicker sein.

Ein solcher Fräser kann auch für viele andere Arbeitsgänge verwendet werden und nicht nur für die Topfbänder. Das ist ein ganz klarer Vorteil gegenüber speziellen und sehr teueren Beschlagbohrern für die Oberfräse.

Der Schablonenbau selbst ist sehr einfach. In das Brettchen mit den Abmessungen 200 x 100 Millimetern wird ein Loch mit einem Durchmesser von 35 Millimetern gebohrt. Genau so, als würden Sie eine Bohrung für ein Topfband machen. Wichtig ist, dass Sie eine längere Mittellinie zeichnen, wie es auf den Bildern auch zu sehen ist. Diese Linie wird durch die Bohrung hindurch verlängert. Sie wird benötigt, um die Schablone zu positionieren. Das zweite Sperrholzteil mit den Abmessungen 200 x 30 Millimetern dient als Anschlagleiste. Dieser Anschlag liegt beim Fräsen an der Türkante an. Die Leiste wird nur angeleimt und nicht geschraubt.

Das Ausgangsmaterial findet sich sicherlich in so mancher Restekiste.

Das Ausgangsmaterial findet sich sicherlich in so mancher Restekiste.

Die Mitte der Bohrung wird als Linie angezeichnet.

Die Mitte der Bohrung wird als Linie angezeichnet.

Der Abstand der Bohrung zur Kante wird auch angezeichnet.

Der Abstand der Bohrung zur Kante wird auch angezeichnet.

Bohren können Sie mit dem Akkuschrauber, das ist bei Weitem präzise genug.

Bohren können Sie mit dem Akkuschrauber, das ist bei Weitem präzise genug.

Die Linie wird durch die Bohrung hindurch umgewinkelt.

Die Linie wird durch die Bohrung hindurch umgewinkelt.

Die Bleistiftlinie sollte so verlaufen

Die Bleistiftlinie sollte so verlaufen

Alle Maße auf einen Blick.

Alle Maße auf einen Blick.

Wenn der Leim abgebunden hat, werden auf der Tischkreissäge zwei Nuten in die Schablone gesägt. In diese Nuten passen Schraubzwingen für Führungsschienen. Sie liegen in den Nuten und stören beim Fräsen nicht. Dadurch bleibt die Schablone recht klein und kann sehr gut und sicher fixiert werden. Damit ist die Schablone dann auch schon fertig.

Wenn nicht geschraubt wird, muss man beim Nuten auch nicht auf die Position der Schrauben

Wenn nicht geschraubt wird, muss man beim Nuten auch nicht auf die Position der Schrauben

ie Nuten werden auf der Tischkreissäge geschnitten. Das geht schnell und einfach. Sie können sie aber auch fräsen, wenn Sie möchten.

ie Nuten werden auf der Tischkreissäge geschnitten. Das geht schnell und einfach. Sie können sie aber auch fräsen, wenn Sie möchten.

Das Fräsen selbst ist recht einfach: Die Position der Topfbandmitte wird auf der Tür als Linie angezeichnet. Die Schablone wird mit der Linie in der Bohrung auf dieser Linie ausgerichtet und in dieser Position befestigt. die Frästiefe wird an der Oberfräse eingestellt. Bei den meisten Fräsen kann man wie folgt vorgehen:

  • Fräse auf die Schablone aufsetzen und den Fräser bis auf die Türoberfläche absenken.
  • Tiefeneinstellung in dieser Position nullen.
  • Die Tiefe passend zum Topfband einstellen. (Meist zwischen 12 und 13 Millimetern)

Jetzt wird gefräst. Der Fräser taucht in der Mitte der Bohrung in der Schablone auf volle Tiefe ab. Die Fräse wird an den Schablonenrand geführt und im Uhrzeigersinn an der Schablone entlang geführt. Dabei wird ein sauberes Loch mit 35 Millimeter Durchmesser gefräst und genauer Tiefe. Wenn Sie die Schablone gleich zweimal abfahren, werden alle Späne gut abgesaugt. Kontrollieren Sie vor dem Lösen der Schablone, dass die Fräsung richtig ist. Wenn nicht, fräsen Sie einfach noch einmal.

Die Mitte der Topfbandbohrung wird auf der Tür angezeichnet.

Die Mitte der Topfbandbohrung wird auf der Tür angezeichnet.

Die Zwingen passen in die Nuten und stören somit nicht beim Fräsen

Die Zwingen passen in die Nuten und stören somit nicht beim Fräsen

Die Linien auf der Schablone und auf dem Werkstück müssen fluchten.

Die Linien auf der Schablone und auf dem Werkstück müssen fluchten.

Der Fräser wird auf das Werkstück abgesenkt, die Frästiefeneinstellung wird genullt.

Der Fräser wird auf das Werkstück abgesenkt, die Frästiefeneinstellung wird genullt.

Für die meisten Topfbänder passt eine Frästiefe von 12 - 13 Millimetern.

Für die meisten Topfbänder passt eine Frästiefe von 12 - 13 Millimetern.

Diese Methode hat gegenüber anderen Vorgehensweisen einige Vorteile:

  • Der verwendete Fräser kann auch für andere Zwecke genutzt werden.
  • Der Fräser hält viel mehr Bohrungen durch, als ein HSS-Forstnerbohrer.
  • Der Fräser ist günstiger, als ein mit Hartmetallschneiden bestückter Bohrer.
  • Der Fräser hat keine Spitze wie ein Bohrer und kann daher bedenkenlos ab einer Materialstärke von 15 Millimetern genutzt werden. Ein Bohrer braucht je nach Ausführung mindestens 18 Millimeter.
  • Sogar ein stumpfer Fräser hinterlässt meist noch saubere Lochränder, auch in beschichteten Platten.
  • Die Späne können abgesaugt werden.
  • Das Einrichten dauert nicht lange.
  • Auch große Türen können sehr bequem bearbeitet werden. 
Das Fräsen geht schnell, einfach und sauber.

Das Fräsen geht schnell, einfach und sauber.

So soll es sein, ein ausrissfreies Loch, an der richtigen Stelle, mit der richtigen Tiefe.

So soll es sein, ein ausrissfreies Loch, an der richtigen Stelle, mit der richtigen Tiefe.

Das Topfband muss nun nur noch an der Tür festgeschraubt werden.

Das Topfband muss nun nur noch an der Tür festgeschraubt werden.

Seit mehr als einem Jahr werden bei mir in der Werkstatt alle Topfbänder auf diese Weise eingefräst. Pro Jahr zwischen 180 und 200 Stück. Bisher ist kein Loch daneben gegangen, zu tief gefräst worden oder hat nicht gepasst. Das einzige was schon mal passiert ist, dass man mit dem Fräser nicht in der Mitte abtaucht und die Schablone beschädigt wird. Wenn das früh genug bemerkt wird, ist das aber auch nicht schlimm. Ich würde ihnen daher raten gleich zwei oder drei dieser Schablonen zu bauen und nicht nur eine. Der Zeit- und Materialaufwand ist ja sehr gering und sie nehmen kaum platz weg.

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