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Stapelweise Werkzeuge

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 04.11.2014

Stapelweise Frästische

Stapelweise Frästische

Im letzten Jahr gab es ja bereits einen Werkzeugkompass als Sonderheft. Es enthielt ausschließlich Werkzeugvorstellungen und Vergleichstests. Ich habe für dieses Sonderheft einige Artikel geschrieben. In diesem Jahr gibt es wieder einen Werkzeugkompass und ich habe auch wieder mit getestet. Aber wie werden Werkzeuge eigentlich getestet?

Bei der Zeitschrift HolzWerken laufen solche Test mit Sicherheit etwas anders ab, als bei anderen Zeitschriften. Ich teste die Werkzeuge in meiner Werkstatt, also nicht im Labor. Die Testkriterien sind nicht vorgegeben, die muss ich also selbst definieren. Das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört. Was ist zum Beispiel bei einem Frästisch wichtig? Wie wichtig ist ein einfacher Aufbau des Tisches? Oder lässt man das außen vor, weil man es als Anwender nur einmal machen muss? Wie definiert man die Präzision? An der Verarbeitung oder an den Fräsergebnissen? Noch ein wenig schwieriger ist es mir gefallen, typische Aufgaben für die Werkzeuge zu finden. Um beim Beispiel des Frästisches zu bleiben: Was in meiner Werkstatt eine typische Aufgabe für einen Frästisch ist, kann bei einem anderen Anwender die absolute Ausnahme sein. Ich bin aber zuversichtlich, dass es mir am Ende gelungen ist, gute Rahmenbedingungen und Kriterien für die Tests zu finden.

Den Anfang macht also die Theorie. Irgendwann sind alle Testwerkzeuge angeliefert und stehen in der Werkstatt. Aber loslegen darf man als Tester dann immer noch nicht. Zurückhaltung ist angesagt, auch wenn die tollen, neuen Werkzeuge noch so zum Ausprobieren einladen. Erst einmal geht’s zum Fotoshooting. Die Werkstatt wird zum Fotostudio. Schließlich sollen im Heft auch Bilder der neuen, unbenutzten und nicht eingestaubten Werkzeuge zu sehen sein.

Dann endlich kann es richtig losgehen. Die Werkzeuge und Maschinen dürfen zeigen, was sie können. Ich mache es so, dass ich mir einen festen Testparcours ausdenke. Jedes Werkzeug muss dabei die gleichen Aufgaben erledigen. Nur so kann man fair vergleichen. Viel wichtiger finde ich aber den eigentlichen Test. Ich benutze die Werkzeuge über einen langen Zeitraum hinweg bei der Arbeit in meiner Werkstatt. Wenn möglich setze ich sie auch in Kursen ein, lasse meine Kursteilnehmer damit arbeiten und frage sie nach ihrer Meinung. So ist manches Werkzeug schon mal über mehrere Wochen bei mir im Einsatz.

Bohren, bohren, bohren

Bohren, bohren, bohren - Auch kleine Bohrmaschinen habe ich getestet.

Während dieser Zeit mache ich Fotos und notiere mir immer wieder wichtige Dinge, die ich in den Testbericht einfließen lasse. So entstehen nach und nach die Testberichte für den Werkzeugkompass. Am Ende steht die Punktevergabe. Das ist für mich der schwierigste Teil, da hier alle Eindrücke die ich gewonnen-, alle Erfahrungen die ich gesammelt- und alle Messwerte, die ich notiert habe in wenige Kennzahlen umgewandelt werden müssen.

Dickenhobel im Test

Einige Dickenhobel durften ganz viele Späne machen

Und am Ende muss wieder alles verpackt werden. Die Maschinen und Werkzeuge gehen alle wieder zu den Herstellern oder Händlern zurück, die sie für den Test bereitgestellt haben. Da gibt es auch schon mal Werkzeuge, die man nur ungern wieder abgibt.

Der wohl aufwendigste Test für mich war in diesem Jahr der Test von fünf Frästischen. Denn die mussten alle zusammengebaut werden. Sie mussten fein justiert werden und zum Teil auch noch auf die verwendete Oberfräse angepasst werden. Und am Ende des Tests musste alles wieder demontiert und verpackt werden. Gut, dass ich beim Auspacken Fotos der Verpackung gemacht habe.

Frästische in Einzelteilen

Frästische in Einzelteilen

Aufbaue eines Frästisches

Vor dem Fräsen erst mal nach Anleitung zusammenbauen.

Solche Werkzeugtests sind also schon sehr arbeitsintensiv. Dennoch machen sie sehr viel Spaß. Wie sonst käme man schon in den Genuss, so viele tolle und neue Sachen auszuprobieren?

Ich hoffe, Ihnen hat dieser kleine Einblick gefallen. Und noch viel mehr hoffe ich, dass ihnen die Tests wieder gefallen werden. Ich würde mich über eine kurze Rückmeldung von Ihnen freuen.

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