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So kommt ihr Holz in Form

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 30.10.2018

Bald ist es soweit, am 08. November 2018 senden wir wieder Live aus der HolzWerken-Werkstatt. Und eines der Themen ist die Formverleimung. Natürlich können wir Ihnen da den "teuren” Teil, also den Schablonenbau nicht in voller Länge zeigen. Daher habe ich die benötigte Schablone bereits vorbereitet, damit es in der Livesendung gleich ans Eingemachte gehen kann. Der Schablonenbau ist aber ein wichtiger Teil beim Formverleimen und ich möchte Ihnen diesen wichtigen Teil nicht vorenthalten. Also los gehts.

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Die fertige Schablone

Die fertige Schablone

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Wenn man runde oder gebogene Formen herstellen will, hat man ja meist einige Vorgaben, in Form von bestimmten Maßen. In meinem Fall soll ein Bogen mit einem Radius von 700 Millimetern gefräst und später auch verleimt werden. Mit einer CNC-fräse wäre das kein Thema, aber das wäre dann doch ein wenig zu einfach und die wenigsten von Ihnen werden eine solche Maschine in der Werkstatt haben. Mit ein wenig Kreativität geht das aber auch mit Hausmitteln.

Ich habe für solche Spezialfälle eine große Spanplatte, die ich auf die Werkbank lege. Auf dieser kann ich nach Herzenslust Klötzchen aufschrauben und ich kann auch durchfräsen. Auf dieser Platte wird der Aufbau für die Bogenfräsung Stück für Stück realisiert. Der erste Schritt besteht darin erst einmal eine Bezugslinie auf die Platte zu zeichnen. Auf dieser Bezugslinie werden dann sowohl das Werkstück selbst, als auch der Mittelpunkt des Bogens ausgerichtet. Nur so bekommen Sie den Bogen wirklich exakt und symmetrisch hin.

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Solche Platten bekommt man als sogenannte “Schonplatte” für ein paar Euro beim Holzhändler.

Solche Platten bekommt man als sogenannte "Schonplatte” für ein paar Euro beim Holzhändler.

Diese Linie ist der Bezug für alle weiteren Positionen. Sowohl für das Werkstück, als auch für den Mittelpunkt des Bogens.

Diese Linie ist der Bezug für alle weiteren Positionen. Sowohl für das Werkstück, als auch für den Mittelpunkt des Bogens.

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Das erste Bogenteil für die spätere Schablone wird mittig und rechtwinklig an einem Ende der Achse festgeschraubt. Danach müssen Sie ein wenig rechnen. Der Radius des Bogens soll genau 700 Millimeter betragen. Um den Mittelpunkt genau festzulegen, müssen Sie noch den Radius des Fräsers dazurechnen, mit dem Sie den Bogen fräsen werden. Ich verwende einen 12-Millimeter Fräser, also liegt der Mittelpunkt genau 706 Millimeter von der Werkstückkante entfernt auf der gezeichneten Achse. Etwa an dieser Stelle schrauben Sie ein Restholz auf die Platte, das genauso dick ist wie das zu fräsende Werkstück. Den Mittelpunkt zeichnen Sie auf diesem Klötzchen ganz genau auf. Auch der Mittelpunkt ist auf der gezeichneten Achse ausgerichtet.

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Zum Ausrichten brauchen Sie noch eine Linie im rechten Winkel zur ersten Linie.

Zum Ausrichten brauchen Sie noch eine Linie im rechten Winkel zur ersten Linie.

Anhand dieser Linien wird das zu fräsende Werkstück ausgerichtet. Nur so wird der gefräste Bogen auch symmetrisch.

Anhand dieser Linien wird das zu fräsende Werkstück ausgerichtet. Nur so wird der gefräste Bogen auch symmetrisch.

Am zu fräsenden Brett wird die Mitte markiert. Anhand dieser Markierung können Sie es auf der Platte ausrichten.

Am zu fräsenden Brett wird die Mitte markiert. Anhand dieser Markierung können Sie es auf der Platte ausrichten.

Jetzt können Sie das Werkstück einfach auf die Platte schrauben.

Jetzt können Sie das Werkstück einfach auf die Platte schrauben.

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Nun brauchen Sie noch einen Fräszirkel. Das ist nichts weiter als eine Holzleiste (nicht zu schmal) mit einem Loch, im Durchmesser passend zu einem Kopierring und einem Nagel als Drehpunkt. Der Abstand zwischen Drehpunkt und dem Loch beträgt wiederum 706 Millimeter. Der Zirkel wird mittels Nagel auf dem Klötzchen befestigt. Der Nagel steckt im Mittelpunkt des Bogens, den Sie ja auf dem Klötzchen angezeichnet haben. Insgesamt werden drei Schablonenteile gebraucht. Alle sollen gleich sein. Daher schrauben Sie sich rund um ihr Werkstück noch ein paar Anschlagklötzchen in die Sie die anderen Schablonenteile einlegen und mit der Platte verschrauben können.

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Der Fräszirkel wird aus einer Holzleiste gemacht. Sie sollte so breit sein, dass Ihre Oberfräse darauf ordentlich aufsitzt.

Der Fräszirkel wird aus einer Holzleiste gemacht. Sie sollte so breit sein, dass Ihre Oberfräse darauf ordentlich aufsitzt.

Der Mittelpunkt wird auf dem angeschraubten Klötzchen genau angezeichnet.

Der Mittelpunkt wird auf dem angeschraubten Klötzchen genau angezeichnet.

Damit alle Schablonenbretter gleich werden, schrauben Sie sich ringsum Klötzchen als Anschläge fest.

Damit alle Schablonenbretter gleich werden, schrauben Sie sich ringsum Klötzchen als Anschläge fest.

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Jetzt kann es mit dem Fräsen losgehen. Die Oberfräse steckt mit dem Kopierring im Fräszirkel. In mehreren Schnitten wird der Bogen gefräst. Für eine Verleimschablone brauchen Sie mindestens alle zehn Zentimeter ein Bogenteil. Die hier gezeigte Schablone wird 20 Zentimeter breit,.Es werden also drei Bogenteile gefräst. Jetzt ist die Hauptarbeit getan, die Schablone kann zusammengebaut werden.

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Simpel aber sehr genau: Die Oberfräse sitzt mit dem Kopierring im Fräszirkel.

Simpel aber sehr genau: Die Oberfräse sitzt mit dem Kopierring im Fräszirkel.

Fräsen Sie in mehreren Schritten den Bogen an alle Schablonenbretter.

Fräsen Sie in mehreren Schritten den Bogen an alle Schablonenbretter.

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Damit man später auch Zwingen ansetzen kann bekommen die beiden äußeren Bogenteile einige Bohrungen mit einem Durchmesser von 20 Millimetern. Wenn sie größere Zwingen verwenden, bohren Sie entsprechend größer. Die Bohrungen müssen in keinster Weise exakt angeordnet werden. Die Einzelteile der Schablone werden miteinander verschraubt. Ein wenig Leim kann auch nicht schaden. Zwischen die Bogenteile müssen Sie noch streben leimen, damit die Schablone wirklich stabil wird. Sie muss dem Druck der Schraubzwingen schließlich standhalten. Die Grundschablone wäre damit fertig.

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Die beiden Zwischenstege sind wichtig. Ohne sie wäre die Leimschablone nicht stabil genug.

Die beiden Zwischenstege sind wichtig. Ohne sie wäre die Leimschablone nicht stabil genug.

In den Bohrungen finden die Zwingen sicheren Halt. Die Leisten auf der Zulage verhindern das Abrutschen der Zwingen.

In den Bohrungen finden die Zwingen sicheren Halt. Die Leisten auf der Zulage verhindern das Abrutschen der Zwingen.

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Formverleimungen erfordern möglichst viel Druck auf der gesamten Fläche. Das können Sie mit einer passenden Gegenschablone erreichen, das bedeutet aber noch mehr Arbeit. In der Regel reicht es aus, wenn Sie den Druck der Schraubzwingen über eine Druckplatte verteilen. Eine solche Druckplatte ist nichts weiter als ein Sperrholz, das sich gerade so noch in den passenden Radius biegen lässt.. Zu leicht sollte es sich nicht biegen, da sonst eben kein Druck aufgebaut wird. Damit die Schraubzwingen nicht abrutschen werden Leisten quer aufgeschraubt. Fertig ist die Schablone für Formverleimungen.

Wie die Schablone verwendet wird sehen Sie dann in der Livesendung am 08.November 2018 um 19:00 Uhr.

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