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So kommt der Korpus in den Winkel

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 15.05.2018

Wer einen Schrank baut, muss darauf achten, dass dieser im rechten Winkel ist. Auch Schubladen dürfen nicht zu schief sein, sonst schließen sie nicht richtig und klemmen eventuell. Viele Holzwerker tun sich beim Verleimen solcher Kästen schwer. Der Zubehörmarkt verspricht Abhilfe durch Winkel, die beim Verleimen von Kästen zusätzlich in die Ecken gezwingt werden. Solche Hilfsmittel kann man sich auch ganz einfach selbst bauen. Aber es geht noch viel einfacher.

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Es ist nicht immer ganz einfach einen Korpus im rechten Winkel zu verleimen. Es ist aber oft auch nicht nötig.

Es ist nicht immer ganz einfach einen Korpus im rechten Winkel zu verleimen. Es ist aber oft auch nicht nötig.

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Der Trick ist nämlich, dass man die Rückwand einnutet. und nicht mit einleimt. Die Rückwand darf nicht zu stramm in der Nut sitzen. Je nach Möbelkonstruktion kann die Rückwand nur in der Seiten eingenutzet werden, oder aber auch auf drei Seiten. Die Rückwand muss sich auch noch gut einschieben lassen, wenn der Korpus verleimt ist. Das Gleiche gilt auch bei Schubladen.

Beim Verleimen tut man dann sein Bestes, um den Korpus rechtwinklig zu verleimen:

  • Man setzt die Zwingen möglichst gerade an.
  • Man verwendet (wenn man welche hat) Korpuszwingen.
  • Man verleimt auf einer ebenen Unterlage.
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Damit man mit der Rückwand den Korpus in den rechten Winkel drücken kann, muss die Rückwand lose bleiben.

Damit man mit der Rückwand den Korpus in den rechten Winkel drücken kann, muss die Rückwand lose bleiben.

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Erst nach dem Verleimen kümmert man sich dann um den rechten Winkel des Korpus oder der Schublade. Und zwar beim Einbau der Rückwand. die Rückwand wird eingeschoben und an einem Ende bündig eingeschraubt. In den Nuten braucht die Rückwand beidseitig mindestens einen Millimeter Luft. Dann wird der Winkel geprüft. entweder mit einem Winkel, oder noch besser über die Messung der Diagonalen.

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Die Rückwand wird an einem Ende mit dem Korpus verschraubt. Überstehen darf sie nicht. Daher habe ich mir angewöhnt die Rückwand generell zwei Millimeter kürzer zu machen, als den Korpus.

Die Rückwand wird an einem Ende mit dem Korpus verschraubt. Überstehen darf sie nicht. Daher habe ich mir angewöhnt die Rückwand generell zwei Millimeter kürzer zu machen, als den Korpus.

Ohne seitliche Luft in der Nut funktioniert das Ausrichten per Rückwandmontage nicht.

Ohne seitliche Luft in der Nut funktioniert das Ausrichten per Rückwandmontage nicht.

Das Messen der beiden Diagonalen ist in der Regel die genaueste Methode um herauszufinden, ob ein Korpus oder eine Schublade im rechten Winkel ist.

Das Messen der beiden Diagonalen ist in der Regel die genaueste Methode um herauszufinden, ob ein Korpus oder eine Schublade im rechten Winkel ist.

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Tipp: Wenn sie die Diagonalen mit einem Stahllineal messen, dann können Sie einen selbst gebauten Anschlag montieren um das Lineal besser anhalten zu können. Wei man einen solchen Anschlag baut, habe ich vor geraumer Zeit bereits hier beschrieben:

http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Immer-wieder-das-Gleiche

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Ein kleiner Anschlag am Ende des Lineals erleichtert das Anlegen beim Messen der Diagonalen.

Ein kleiner Anschlag am Ende des Lineals erleichtert das Anlegen beim Messen der Diagonalen.

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Wenn man jetzt Glück hat, ist der Korpus ganz genau im Winkel und man kann die Rückwand fertig verschrauben. Ist der Korpus aber nicht im rechten Winkel, muss man etwas nachhelfen. Und das passiert mit einer Zwinge. Die Zwinge ist idealerweise eine Einhandzwinge mit weichen Schutzkappen. Die Zwinge wird schräg am Korpus angesetzt. Eine der Schutzkappen sitzt dabei auf der Korpusecke. So angesetzt verrutscht die Zwinge nicht. Gibt man jetzt Druck auf die Zwinge, ändert sich der Winkel des Korpus. Stellen Sie sich den Korpus wie ein Parallelogramm vor, das man auf diese Weise zu einem Rechteck drückt. Wenn Sie bemerken, dass sich der Winkelfehler verschlimmert, statt besser zu werden. haben Sie die Zwinge falsch angesetzt. Dann setzen Sie die Zwinge in die andere Richtung schräg an und prüfen Sie den Winkel noch einmal.

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Die schräg angesetzte Zwinge sorgt für die rechten Winkel am Korpus. Je mehr Druck, desto größer die Winkelkorrektur.

Die schräg angesetzte Zwinge sorgt für die rechten Winkel am Korpus. Je mehr Druck, desto größer die Winkelkorrektur.

Damit die Zwinge hält, wird sie mit der weichen Auflage direkt auf die Ecke gesetzt.

Damit die Zwinge hält, wird sie mit der weichen Auflage direkt auf die Ecke gesetzt.

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Stimmt der Winkel des Korpus, wird die Rückwand in dieser Position auch am anderen Ende verschraubt. Die Zwinge bleibt dabei am Korpus. Erst nach dem Verschrauben der Rückwand wird die Zwinge abgenommen. Der Winkel bleibt jetzt so. Diese Vorgehensweise funktioniert auch bei Schubladen, mit eingenutetem Boden. Auch dann, wenn die Rückwand auf drei Seiten einegenutet ist, kann man diese Methode anwenden. Der Unterschied ist dann der, dass man beim Verschrauben der Rückwand diese ganz fest in die Nut im Korpusdeckel (beziehungsweise im Vorderstück der Schublade) hineindrücken muss.

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Ist der Korpus in Position gedrückt, verschraubt man die Rückwand fertig. Der Winkel bleibt dann auch nach dem Lösen der Zwinge so.

Ist der Korpus in Position gedrückt, verschraubt man die Rückwand fertig. Der Winkel bleibt dann auch nach dem Lösen der Zwinge so.

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Was übrigens nicht gut funktioniert, ist das Ansetzen einer Zwinge diagonal über den gesamten Korpus. Die so angesetzte Zwinge hält nicht richtig und man kann den Korpus zum Verschrauben der Rückwand schlecht bewegen oder gar umdrehen.

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Das funktioniert meiner Erfahrung nach nicht sehr gut. Die Zwinge löst sich leicht, wenn man die Rückwand verschraubt oder den Korpus umdreht.

Das funktioniert meiner Erfahrung nach nicht sehr gut. Die Zwinge löst sich leicht, wenn man die Rückwand verschraubt oder den Korpus umdreht.

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Sie können sich also so manche Verleimhilfe und so manchen Stress beim Verleimen ersparen, wenn Sie die Rückwand Ihrer Schränke, Regale und Schubladen einnuten. Das hat auch noch einen weiteren Vorteil, nämlich den, dass die Oberflächenbehandlung viel einfacher wird. Schließlich kann die Rückwand oder der Schubladenboden gesondert lackiert oder geölt werden und nicht im eingebauten Zustand.

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