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So ein Mist!

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 01.08.2017

Der erste schwere Schaden in der Hobelbankplatte ist wie die erste Delle im neuen Auto. Man ärgert sich erst einmal, aber danach sieht man weitere Dellen eher locker. Seit einigen Tagen kann ich über Beschädigungen meiner Hobelbankplatte auch besser hinwegsehen, da ich versehentlich ein paar 19-Millimeter Löcher in die Platte gebohrt habe. Ich hatte extra noch beim Bohren etwas untergelegt. Das ging bei den ersten drei Teilen auch gut. Dummerweise waren dann aber zwei der noch zu bohrenden Teile gute 15 Millimeter dünner. Das Ergebnis waren einige gut zehn Millimeter tiefe Löcher.

So ein Mist!

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Leider waren nicht alle Teile gleich dick

Leider waren nicht alle Teile gleich dick

Diese Löcher in der Werkbank waren nicht beabsichtigt.

Diese Löcher in der Werkbank waren nicht beabsichtigt.

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Ärgern bringt aber nichts, passiert ist passiert und es ist ja auch "nur" die Hobelbank. Die Löcher stören aber in der Fläche und müssen ausgeflickt werden. Einfach runde Stopfen einleimen wollte ich nicht. Ich denke, die werden sich immer wieder abzeichnen, eventuell auch mal überstehen und würden wieder stören. Längsholz einleimen erschien mir sinnvoller. Also entschloss ich mich, einen großen Schlitz in die Platte zu fräsen und diesen dann mit einer passenden Leiste möglichst sauber zu verschließen.

Das Fräsen des Schlitzes funktionierte mit der Oberfräse sehr gut. Zur Führung wurde eine Schiene und ein Adapter benutzt. Der Adapter hat einen großen Verfahrweg, somit kann der breite Schlitz gefräst werden, ohne dass die Schiene umgespannt werden muss. Das garantiert dann auch, dass der gefräste Schlitz parallel ist. Das erleichtert das Einpassen der Leiste. Stopper auf der Führungsschiene an beiden Enden der Fräsung sorgen dafür, dass alle Fräsungen gleich lang werden. Das verringert die Nacharbeit.

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Die Führungsschiene wird aufgespannt.

Die Führungsschiene wird aufgespannt.

Der Führungsschienen-Adapter wird eingestellt.

Der Führungsschienen-Adapter wird eingestellt.

Stopper auf der Schiene sorgen für die richtige Länge

Stopper auf der Schiene sorgen für die richtige Länge

Gefräst wird mit einem 8mm- Spiralnutfräser

Gefräst wird mit einem 8mm- Spiralnutfräser

Es sind mehrere Fräsungen notwendig

Es sind mehrere Fräsungen notwendig

Die Schiene bleibt an der selben Stelle, verstellt wird nur der Adapter.

Die Schiene bleibt an der selben Stelle, verstellt wird nur der Adapter.

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Die Nacharbeit nach dem Fräsen besteht darin, die Enden gerade und rechtwinklig zu bekommen. Das geht am einfachsten mit Handwerkzeugen, also mit dem Stemmeisen. Das Ergebnis ist ein ebener, paralleler und an den Enden rechtwinkliger Schlitz, der gut ausgeleimt werden kann.

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Die Enden der Fräsung werden im rechten Winkel vorgeritzt.

Die Enden der Fräsung werden im rechten Winkel vorgeritzt.

Etwas Nacharbeit mit dem Stemmeisen

Etwas Nacharbeit mit dem Stemmeisen

Die fertige Fräsung

Die fertige Fräsung

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Die Leiste, die den Schlitz sauber verschließen soll, habe ich leicht konisch gehobelt und mit dem Handhobel schön straff eingepasst. Auch die Enden wurden etwa drei Grad nach innen abgeschrägt. Im Prinzip ist das also ein Keil. Dieser Keil muss dann auch nicht mehr groß mit Zwingen gepresst werden. Einige kräftige Hammerschläge pressen das Holz in den Schlitz und in den Leim.

Als ich dann die überstehende Leiste per Hand abgehobelt habe, kam mir auch wieder der Spruch in den Sinn "Buchen lassen Schreiner fluchen". Ich habe zwar nicht geflucht, aber kräftig geschwitzt. Warum habe ich die Leiste eigentlich so dick gelassen? Aber egal, irgendwann war sie dann bündig gehobelt und konnte mit der Ziehklinge noch fein nachbearbeitet werden.

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Die Leiste wird konisch gehobelt und genau eingepasst.

Die Leiste wird konisch gehobelt und genau eingepasst.

Mit genügend Leim sollte das halten

Mit genügend Leim sollte das halten

Zwingen sind nicht notwendig, der Hammer reicht aus.

Zwingen sind nicht notwendig, der Hammer reicht aus.

Die Leiste wird bündig gehobelt.

Die Leiste wird bündig gehobelt.

Noch ein wenig Feinarbeit

Noch ein wenig Feinarbeit

Nachölen

Nachölen

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Das Ölen bringt den Streifen nun voll zur Geltung. Da prangt er nun, gut sichtbar mitten in der Bankplatte. Wie ein Warnhinweis :"Achtung beim Bohren!".Mal sehen, wann die nächste Fräsung, Bohrung oder große Macke in die Platte kommt. Mit Sicherheit wird das nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich die Bankplatte geflickt habe. So bekommt jede Hobelbank mit der Zeit Ihren ganz eigenen Charakter. Man sieht, dass an ihr gearbeitet wird. Und das ist auch gut so.

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Die ausgeflickte Bankplatte

Die ausgeflickte Bankplatte

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Und wie ist es bei Ihnen? Was ist schlimmer: Eine Delle im Auto oder ein in der Hobelbank?

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