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SketchUp - Fragen vor der Installation

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 20.12.2016

Die ersten Fragen die SketchUp betreffen, stellen sich meist schon vor der Installation, oder besser gesagt, vor dem Herunterladen des Programmes. Denn es gibt zwei Varianten. Einmal die Make-Version und die Pro-Version. Die kostenlose Make-Version ist für die meisten Holzwerker vollkommen ausreichend. Daher ist das in der Regel auch der richtige Download. Umso erstaunter ist dann der neue SketchUp-Anwender, wenn beim ersten Aufruf des Programmes dann doch die Pro-Version startet. Das ist vollkommen normal. Die ersten dreißig Tage läuft die kostenlose Make-Version als Testversion der professionellen Variante. Nach dreißig Tagen werden Sie gefragt, ob sie die Pro-Version kaufen möchten. Wird dies verneint, läuft SketchUp als kostenlose Make-Version einfach weiter. Die vormals freigeschalteten Funktionen der Pro-Version können dann nicht mehr genutzt werden. Sonst ändert sich nichts.

Achtung: Eine "echte" Pro-Version kann nach der Testzeit nicht in eine kostenlose Make-Version umgewandelt werden. Achten Sie also wirklich darauf, welche Variante Sie herunterladen und installieren.

Eine Pro-Version kann nicht in eine Make-Version gewandelt werden.

Eine Pro-Version kann nicht in eine Make-Version gewandelt werden. Der Umgekehrte Weg funktioniert jedoch.

Welche Version brauche ich?

Der Unterschied zwischen der Pro-Versison und dem kostenlosen SketchUp Make ist nicht ganz offensichtlich. Die Zeichenwerkzeuge sind zum großen Teil gleich. Die Unterschiede liegen in erster Linie in den sogenannten Volumenkörper- Funktionen und der Möglichkeit dynamische Komponenten zu erstellen. Dynamische Komponenten sind Komponenten, die beim Einfügen Parameter abfragen und dann entsprechend gezeichnet werden. Eine dynamische Komponente könnte beispielsweise ein Schrankkorpus sein, bei dem Sie Länge, Breite und Tiefe eingeben und der dann automatisch mit diesen Maßen gezeichnet wird.

Volumenkörper-Funktionen erlauben das einfache verschmelzen oder verschneiden mehrerer Körper. Die Funktion "Verschneiden mit..." ist diesen Volumenkörper-Funktionen ähnlich, aber bei Weitem nicht so komfortabel.

Volumenkörper-Funktionen machen komplexe Formen zum Kinderspiel.

Volumenkörper-Funktionen machen komplexe Formen zum Kinderspiel.

Die kostenlose Make-Variante kann nur das eigene Dateiformat und Bildformate importieren und exportieren. Dateien aus anderen Zeichenprogrammen, wie das beliebte DXF-Format oder DWG und einig andere können nicht importiert oder exportiert werden. Der Datenaustausch mit anderen CAD-Programmen ist in der kostenlosen Variante also nicht möglich. Das schließt dann leider auch CAD-Daten von Beschlagherstellern mit ein. Denn kaum ein Hersteller bietet seine Beschläge derzeit im SketchUp-Datenformat an.

Wer seine Zeichnungen komfortabel zu Papier bringen will, wird mit SketchUp Make schnell an seine Grenzen stoßen. Die Druckfunktionen sind nur rudimentär vorhanden. Wer schön gestaltete Zeichnungen will, wird schnell den Umweg über den 2D Export (Bildexport) gehen und seine Zeichnungen dann mit einem Grafikprogramm zu Papier bringen. Die Pro-Version bietet da mit dem eigenständigen Programm "LayOut" schon einiges mehr. Damit können aus einem SketchUp Modell ansehnliche Zeichnungen erstellt werden. Aber auch nicht komplett automatisch.

Die Pro-Version kostet derzeit etwa 780 Euro, die jährliche Wartung inklusive aller Updates etwa 140 Euro. Im Vergleich zu anderen CAD-Systemen ist das aber eigentlich noch ein Schnäppchen. Eine sehr wichtige Einschränkung der kostenlosen Make-Version sollte aber auch noch erwähnt werden: Sie darf nicht gewerblich genutzt werden.

Was kann SketchUp nicht?

So mancher Anwender ist von SketchUp enttäuscht. Das liegt meiner Meinung nach aber nicht an der Software, sondern eher an der Erwartungshaltung der Anwender. Denn Anwender, die noch nie mit einem CAD-Programm gearbeitet haben gehen mit falschen Erwartungen an eine solche Software heran. Nicht alles geht automatisch. So werden beispielsweise aus einem fertigen 3D-Modell nicht auf Knopfdruck bemaßte Zeichnungen und Ansichten generiert. Auch Stücklisten werden nicht automatisch erstellt. Dazu gibt es zwar Erweiterungen, die setzen aber eine sehr gut strukturierte Zeichnung voraus.

Ebenso wenig ist Sketchup parametrisch. Das bedeutet, wenn Sie den Durchmesser eines Runddübels ändern, ändert sich das dazugehörige Dübelloch nicht automatisch mit. Dynamische Komponenten können eine ähnliche Funktionalität bieten, sind aber für den Einmal-Gebrauch zu unhandlich in ihrer Erstellung und Handhabung.

Unterschiedliche Linienarten, Farben und Breiten kennt SketchUp auch nicht. Das Programm LayOut aber schon. SketchUp Make versteht sich als Werkzeug für den Entwurf, nicht für die Präsentation des Entwurfes.

Schöne gestaltete Zeichnungen sind in der kostenlosen Variante nicht möglich.

Schöne gestaltete Zeichnungen sind in der kostenlosen Variante nicht möglich.

Wer alle diese Automatismen möchte, der wird mit SketchUp nicht glücklich werden. Aber mal ehrlich: BRaucht man das als HolzWerker? Meiner Meinung nach nicht wirklich.

Auf welchen Computern läuft SketchUp?

Im Vergleich zu anderen CAD und vor allem zu 3D-Konstruktionsprogrammen anderer Hersteller, stellt SketchUp keine hohen Anforderungen an den Computer, auf dem es ausgeführt wird. In der Regel reicht ein herkömmlicher Büro- oder Heimrechner aus. Da spielt es auch keine Rolle, ob das ein Laptop, oder ein großer Desktop-Rechner ist. Was di Funktionalität aber stark einschränkt ist ein zu kleiner Monitor. Mit einem handlichen 12 Zoll Laptop macht SketchUp keinen Spaß. Je größer der Monitor, umso besser. Offiziell gibt es eine Version für Windows und eine für den Mac. Unter Linux läuft SketchUp im Emulator recht sauber, aber es kommt oft zu Darstellungsfehlern. Das ist dann ärgerlich, wenn beim Zeichnen Punkte nicht genau verbunden werden können, Hilfslinien nicht sichtbar sind, oder die Geometrie einfach falsch dargestellt wird. Derzeit wird an einer Variante von SketchUp gearbeitet, die im Browser, also unabhängig vom Betriebssystem läuft. Die ersten Eindrücke dieser Software sind vielversprechend. So richtig Spaß macht sie aber derzeit noch nicht. Wenn sie aber mal wirklich fertig ist, kann man SketchUp dann vielleicht auch auf einem Tablet sinnvoll benutzen. Für Tablets gibt es momentan nur einen Viewer, mit dem man SketchUp-Modelle betrachten und Maße abnehmen kann.

Wie hängt Google mit drin?

Lange Zeit war SketchUp "Google SketchUp". Durch Google wurde das Programm bekannt und vor allem erstmalig kostenlos. Das läutete den Siegeszug von SketchUp ein. Das Programm verdankt dem Internetriesen sehr viel. Seit einigen Jahren gehört SketchUp nicht mehr zur Google-Familie. Die US-amerikanische Firma Trimble vertreibt und entwickelt das Programm nun weiter. Unter Google ist mit SketchUp nicht sehr viel passiert. Trimble entwickelt das Programm viel aktiver weiter, will aber auch die Pro-Version an den Mann oder die Frau bringen. Aber die Altlasten sind noch da. Das riesige 3D-Warehous mit unzähligen kostenlosen Modellen ist unter Google entstanden und kann immer noch mit einem Google-Konto genutzt werden. Die neue Cloud-Plattform namens "Trimble-Connect" kann ebenfalls mit einem Google-Konto genutzt werden. So ganz googlefrei ist SketchUp also wie es scheint noch nicht. Zumindest nicht, wenn man auch diese beiden Dienste nutzen möchte. Ansonsten scheint man mit SketchUp nicht seine Privatsphäre zu gefährden. Das Programm kann ohne die Angabe persönlicher Daten heruntergeladen, installiert und benutzt werden.

Ein paar Reste Google sind scheinbar noch drin.

Ein paar Reste Google sind scheinbar noch drin.

Brauche ich SketchUp überhaupt?

Auch wenn SketchUp eines der am leichtesten zu erlernenden Konstruktionsprogramme ist, bedarf es doch einer gewissen Einarbeitung. Einige Stunden werden Sie schon opfern müssen, bevor das erste einfache Möbelstück am Computer entstanden ist. Papier, Bleistift und Lineal bedürfen keiner Einarbeitung. Man muss auch bedenken, dass ein perfektes 3D Modell kein Garant für ein Möbelstück ist, das ebenso perfekt die Werkstatt verlässt. Ein Computerprogramm ist eine Hilfe, ersetzt aber in keiner Weise die eigene Kreativität, es denkt sich keine tollen Entwürfe und schönen Formen aus und kommt auch nicht von alleine auf clevere Detaillösungen. Das müssen (oder besser dürfen) Sie immer noch alles selbst machen. Wenn Ihnen die Arbeit am Computer nicht liegt oder keinen richtigen Spaß macht, nehmen Sie weiterhin Papier und Bleistift.

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