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Sicher tauchen

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 23.09.2014

Tauchsägen sind beliebt. Sie bieten, wie der Name schon sagt den Vorteil dass man mit Ihnen an jedem beliebigen Punkt ins Werkstück eintauchen kann. Eine Funktion die praktisch ist, die man aber ehrlich gesagt nur selten braucht. Wenn man sie braucht ist die Tauchfunktion allerdings meist eine große Arbeitserleichterung. Schnell wird das Eintauchen aber auch zu einem gefährlichen Arbeitsgang. Die Rückschlaggefahr ist groß. Vielleicht helfen Ihnen die folgenden Tipps dabei, in Zukunft sicherer mit Ihrer Säge auf Tauchstation zu gehen. 

Niemals ohne Schiene

Tauchschnitte müssen sehr kontrolliert ablaufen. Dazu gehört auch dass die Säge beim Eintauchen möglichst an der gleichen Position bleibt. Eine Führungsschiene sorgt dafür, dass Ihre Tauchsäge seitlich nicht verrutschen kann. Führen Sie also niemals einen Tauchschnitt ohne die Verwendung einer Führungsschiene aus. Führungsschienen für Handkreissägen haben in der Regel einen Belag, der das Verrutschen der Schiene auf dem Werkstück verhindert. Verlassen Sie sich bei Tauchschnitten aber nicht nur auf diesen Belag. Sichern Sie die Führungsschiene mit dazu passenden Schraub- oder besser noch Hebelzwingen.

Bei Tauchschnitten immer eine Führungsschiene verwenden

Die Führungsschiene sollten Sie gut befestigen

Niemals halb eintauchen

Viele Hersteller liefen Ihre Führungsschienen mit einer Länge von 1,4 Metern. Viele Plattenwerkstoffe haben eine Breite von 1,25 Metern. Da ist die Verlockung groß die Führungsschiene nur knapp über das zu schneidende Material überstehen zu lassen. Die Tauchsäge kann dann nicht mit abgesenktem Sägeblatt vor dem Werkstück positioniert werden. Dafür ist die Führungsschiene zu kurz. Setzt man nun die Säge ans Ende der Führungsschiene und taucht ins Werkstück ein entsteht eine sehr gefährliche Situation: Das Sägeblatt taucht nur mit dem vorderen Bereich ein. Also nur mit den aufsteigenden Sägezähnen. Die Säge wird regelrecht nach oben gedrückt. Aus der Nut der Führungsschiene heraus. Wenn Sie hierbei nicht aufpassen springt ihnen die Säge regelrecht aus der Schiene. Achten Sie daher immer auf einen ausreichenden Überstand (Länge der Maschinengrundplatte) der Schiene.

Niemals mit einer Tauchsäge nur teilweise eintauchen

So bitte nicht!

Benutzen Sie einen Rückschlagstopper

Ein Rückschalgstopper hilft ihnen beim Eintauchen gleich doppelt. Die wichtigste Funktion ist die, dass der die Rückschlagkräfte, die beim Eintauchen der Säge ins Werkstück auftreten aufnimmt. Der Rückschlagstopper wird direkt hinter die Grundplatte der Säge gesetzt. Taucht das Sägeblatt nun ins Werkstück ein, verhindert der Rückschlagstopper dass die Säge entgegen der Schnittrichtung gedrückt wird. Ein Rückschlag der Säge wird verhindert. Gleichzeitig garantiert der Rückschlagstopper, dass Sie an der richtigen Stelle eintauchen. Er gestaltet den Arbeitsgang nicht nur sicherer, sondern sorgt auch für mehr Präzision. Wenn Sie in Ihrer Werkstatt einmal genauer hinsehen werden Sie übrigens feststellen dass es viele Sicherheitseinrichtungen gibt die zeitgleich auch für mehr Genauigkeit sorgen. Ein gutes Beispiel hierfür sind auch Andruckfedern.

Ein Rückschlagstopper bei Tauchschnitten

Rückschlagstopper auf der Führungsschiene

Beide Hände gehören an die Säge

Wenn Sie eine mit Zwingen befestigte Führungsschiene und einen Rückschlagstopper nutzen, haben Sie beide Hände frei um die Handkreissäge zu bedienen. Das ist bei Tauchschnitten auch zwingend erforderlich. Das Eintauchen muss mit gleichbleibender Geschwindigkeit und sehr kontrolliert erfolgen. Das gelingt am besten wenn Sie beide Hände an der Säge haben. Die meisten Tauchsägen verfügen daher auch über einen zweiten Handgriff oder eine Griffmulde.

Beide Hände gehören an die Säge

Beide Hände gehören an die Säge

Wenn Sie diese vier einfachen Tipps beherzigen gelingen Tauchschnitte nicht nur sicherer sondern auch viel genauer. Dennoch gehört das Eintauchen einer laufenden Säge in ein Werkstück zu den Arbeitsgängen mit großem Gefahrenpotential. Führen Sie einen solchen Arbeitsgang also immer konzentriert und ohne Ablenkung aus. Kontrollieren Sie vor dem Schnitt dass weder Kabel noch Absaugschlauch im Wege sind oder sich verhaken können. Vergewissern Sie sich dass Ihr Werkstück und der eventuell entstehende Abschnitt eine sichere Auflage hat.

Alle diese Tipps zusammen kosten Sie lediglich wenige Minuten Extra. Aber das ist, wie ich finde, sehr gut investierte Zeit.

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