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Seitenwechsel an der Tischkreissäge

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 02.08.2016

Bei den hierzulande benutzten Tischkreissägen schwenkt das Sägeblatt bei Gehrungsschnitten nach rechts. Warum dies so ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht ist es einfacher in der Konstruktion und der Herstellung. So richtig praktisch ist das aber nicht. Denn das so gekippte Sägeblatt zieht das zu schneidende Werkstück immer leicht vom Anschlag weg. Als Benutzer muss man entsprechend gegensteuern. 

Ein weiterer Nachteil dieser Bauform ist der, dass die saubere Schnittkante bei einer Tischkreissäge oben ist und es unten schon mal zu Ausrissen kommen kann. Dummerweise ist die untenliegende Seite aber die, die man bei Gehrungsschnitten später meist sieht. Schneidet man zwei Gehrungen an die beiden Längskanten eines Werkstückes, kann es schnell passieren, dass sich die Spitze der bereits geschnittenen Kante unter den Parallelanschlag schiebt. Das Werkstück verkantet leicht und der Schnitt wird unsauber. So gesehen würde vieles dafürsprechen, das Sägeblatt in die andere Richtung schwenken zu lassen.

So kennen es die meisten von Ihnen: Der Parallelanschlag ist rechts vom Sägeblatt montiert.

So kennen es die meisten von Ihnen: Der Parallelanschlag ist rechts vom Sägeblatt montiert.

Das drehende Sägeblatt zieht das Werkstück vom Anschlag weg.

Das drehende Sägeblatt zieht das Werkstück vom Anschlag weg.

Die Unterseite wird nicht so sauber geschnitten wie die Oberseite. Meist will man es aber anders herum.

Die Unterseite wird nicht so sauber geschnitten wie die Oberseite. Meist will man es aber anders herum.

Die Spitze schiebt sich gerne unter das Anschlaglineal

Die Spitze schiebt sich gerne unter das Anschlaglineal

Leider kann man nicht einfach das Sägeaggregat umdrehen um es nach links schwenken zu lassen. Allerdings erlauben viele Tischkreissäge die Montage des Parallelanschlages an beiden Tischseiten. Montiert man den Anschlag nun links vom Sägeblatt, hat man den gleichen Effekt, als würde das Blatt nach rechts geschwenkt werden. Für die meisten Anwender dürfte ein links montierter Parallelanschlag ungewohnt sein. Man sieht auf Bildern meist rechts montierte Anschläge. Auch die Maschinenhersteller optimieren die Anschläge zur Montage rechts vom Sägeblatt. Es kann daher notwendig sein, den Anschlag mit einer zusätzlichen Klemmung zu versehen. Ansonsten ändert sich an der Bedienung der Säge mit links montiertem Anschlaglineal nicht viel. 

Bei vielen Tischkreissägen kann der Parallelanschlag auch rechts montiert werden.

Bei vielen Tischkreissägen kann der Parallelanschlag auch rechts montiert werden.

Eine zusätzliche Klemmung ist auf jeden Fall zu empfehlen

Eine zusätzliche Klemmung ist auf jeden Fall zu empfehlen

Etwas ungewohnt aber dennoch sicher.

Etwas ungewohnt aber dennoch sicher.

Diese Methode macht viele Gehrungsschnitte wesentlich einfacher. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Die Schutzhaube stört weniger
  • Die später sichtbare Seite liegt oben, wird also sauberer geschnitten.
  • Werkstücke mit zwei schräg geschnittenen Kanten lassen sich besser schneiden
  • Das rotierende Sägeblatt drückt das Werkstück in Richtung des Anschlages, nicht davon weg.
Das Sägeblatt drückt das Werkstück nach unten und an den Anschlag.

Das Sägeblatt drückt das Werkstück nach unten und an den Anschlag.

Auch zwei Gehrungen an Längskanten lassen sich sehr gut schneiden.

Auch zwei Gehrungen an Längskanten lassen sich sehr gut schneiden.

Wenn Ihre Tischkreissäge diese Möglichkeit bietet, sollten Sie das unbedingt einmal ausprobieren. Sie werden sehen, um wie vieles einfacher das Schneiden von Gehrungen mit links montiertem Anschlag ist. Das Zurückziehen des Parallelanschlages für Trennschnitte funktioniert allerdings so nicht. Das sollte aber bei Gehrungsschnitten auch nicht erforderlich sein. 

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