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Rettung für "Brennholz"

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 14.04.2015

Für ein kleines Schränkchen habe ich mir schönes Eschenholz herausgesucht. Mit dunklem Kern und sehr ausdrucksstarker Maserung. Ich hatte die tiefen Ausrisse beim Hobeln mit der Dickenhobelmaschine schon kommen sehen, wollte aber dennoch dieses Holz um die Äste herum verwenden.

Tiefe Ausrisse kommen besonders oft um Äste herum vor

Tiefe Ausrisse kommen besonders oft um Äste herum vor

Ein Teil der Fehlstellen verschwand nach dem groben Vorschliff, aber eben nicht alles. Die Lösung für dieses Problem heißt bei mir Epoxidharz. Mit diesem glasklaren Füllstoff kann man solche Stellen auffüllen. Es muss sich aber unbedingt um glasklares Harz handeln, das auch UV-beständig ist. Nicht UV-beständiges Harz kann durch das natürliche UV-Licht der Sonne ausbleichen, es wird gelblich oder trüb. Im schlimmsten Falle beides. Bleibt das Harz jedoch auf Dauer klar, fallen die Ausrisse niemandem mehr auf.

Die Stellen mit den Ausrissen wurden nach dem groben Vorschliff großflächig mit dem Harz verspachtelt. Dabei muss ein wenig Harz auf der Fläche stehen bleiben, da es beim Trocknen noch einfällt. Die Fläche und vor allem die Vertiefungen müssen zuvor noch gut gereinigt werden. Am besten geht das mit dem Werkstattsauger, dessen Düse direkt auf die Holzoberfläche gehalten wird.

Fehlstellen mit Epoxidharz auffüllen

Fehlstellen mit Epoxidharz auffüllen

Der Bereich um den Ast wird größzügig aufgefüllt

Der Bereich um den Ast wird größzügig aufgefüllt

Nun heißt es Geduld bewahren. Das Harz darf nicht zu früh geschliffen werden. Es muss vollständig ausgehärtet sein. Wird zu früh geschliffen, erzeugen Sie ein Gemisch zwischen Holzstaub und nicht ausgehärtetem Harz. Das führt maist zu einem schlechten Ergebnis, das Sie mitunter erst bei der Oberflächenbehandlung in Form von Flecken bemerken. Die Trockenzeiten stehen in der Regel auf der Verpackung. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, warten Sie einfach über Nacht, bis Sie das Harz verschleifen.

Verschleifen des Epoxidharzes

Verschleifen des Epoxidharzes

Holz mit kleinen Flickstellen kann problemlos geölt werden

Holz mit kleinen Flickstellen kann problemlos geölt werden

Die weitere Bearbeitung ist wie gewohnt. Das Epoxidharz kann geschliffen, gesägt und gefräst werden. Sie werden bei der Verarbeitung keinen Unterschied zum umgebenden Holz feststellen. Einzig beim Ölen oder Wachsen zeigt sich, dass Epoxidharz nun einmal kein Holz ist. Es nimmt kein Öl an und Wachs haftet nur sehr schlecht auf dem Harz. Bei den kleinen Fehlstellen fällt dieses Verhalten aber nicht ins Gewicht. Es kann passieren, dass die reparierten Stellen einen etwas anderen Glanzgrad haben, als das Holz. Das fällt aber meist weniger auf, als nicht reparierte Fehlstellen.

Auch bei Gegenlicht, sind keine Ausrisse mehr zu sehen

Auch bei Gegenlicht, sind keine Ausrisse mehr zu sehen

Mit dieser Methode habe ich schon so manches sehr schöne Stück Holz retten- und so manche ausdrucksstarke Maserung erst überhaupt verarbeiten können. Ud wie das Bild der fertig geölten Fläche zeigt, hat sich der Aufwand doch gelohnt.

Eine reparierte Holzpartie nach dem Ölen

Eine reparierte Holzpartie nach dem Ölen

Die reparierte Holzpartie nach dem Ölen

Die reparierte Holzpartie nach dem Ölen

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