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Projekt: Einfache Bank – Teil 2

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 03.05.2016

Zwei Bänke von zwei Metern Länge wären doch zu groß geworden. Das zeigte sich, nachdem ich den Platz auf der Terrasse, wo die Bänke hinsollten, noch einmal näher in Augenschein genommen hatte.  Es wäre mit einem Tisch und Stühlen doch zu eng geworden. Also wurde eine Bank kurzerhand umgeplant, so dass sie nur noch 1,4 Meter lang wird.

Als Ausgangsmaterial für beide Bänke dienen Terrassendielen aus Douglasie. Die gelieferten Dielen waren vier Meter lang und wurden mit der Stichsäge erst einmal grob abgelängt. Seit einiger Zeit nehme ich die Stichsäge sehr gerne, wenn es darum geht Massivholz grob auf Länge zu bringen. Es geht schnell, man muss nicht mit einer Führungsschiene hantieren. Spannungen im Holz führen nicht zum Verklemmen der Säge. Die Dielen sind, typisch für Terrassendielen, beidseitig geriffelt. Die Riffelung musste also weg. Alle Dielen wurden sechs Millimeter dünner gehobelt. Von den ursprünglichen 44 Millimetern Materialstärke blieben noch 38 Millimeter. Das ist immer noch mehr als ausreichend.

Das Ausgangsmaterial für die beiden Bänke: Terrassendielen.

Das Ausgangsmaterial für die beiden Bänke: Terrassendielen.

Aus der neuen Planung ergeben sich folgende neuen Zuschnittmaße:

Einfache Bank 2000 mm lang
Pos. Bezeichnung Länge Breite  Stärke Menge Material
1 Sitzfläche 2000 140 38 3 Douglasie
2 Fussteil 1 402 140 38 4 Douglasie
3 Fussteil 2 392 140 38 2 Douglasie
4 Zarge lang 1924 140 38 2 Douglasie
5 Zarge kurz 350 140 38 4 Douglasie
             
Einfache Bank 1400 mm lang
Pos. Bezeichnung Länge Breite  Stärke Menge Material
1 Sitzfläche 1400 140 38 3 Douglasie
2 Fussteil 1 402 140 38 4 Douglasie
3 Fussteil 2 392 140 38 2 Douglasie
4 Zarge lang 1324 140 38 2 Douglasie
5 Zarge kurz 350 140 38 4 Douglasie
Der grobe Zuschnitt erfolgt schnell und sicher mit der Stichsäge

Der grobe Zuschnitt erfolgt schnell und sicher mit der Stichsäge

Die Breite der Terrassendielen betrug im Lieferzustand zwischen 139 und 142 Millimeter. Für die Verlegung als Bodenbelag ist das vollkommen in Ordnung. Für den Bau der Bänke sollten die Einzelteile aber genauere Abmessungen haben. Daher liefen alle Teile auch noch einmal aufrechtstehend durch die Hobelmaschine. Die Breite aller Teile betrug nach dem Hobeln immer noch 138 Millimeter.  Das Ergebnis von 90 Minuten Hobeln waren dann zwei große Säcke mit Spänen und ein Stapel sauber und genau ausgehobelter Holzteile.

Die Riffelung muss weggehobelt werden. Das kostet sechs Millimeter an Materialstärke. Das Holz ist aber immer noch stark genug.

Die Riffelung muss weggehobelt werden. Das kostet sechs Millimeter an Materialstärke. Das Holz ist aber immer noch stark genug.

Das war der erste Teil der Fleißarbeit. Nach dem Ablängen aller Teile wurden die Bänke zum ersten Mal provisorisch zusammengestellt. Zwingen halten die einzelnen Teile an Ort und Stelle. In echt bekommt man doch einen besseren Eindruck, als es die Zeichnung auf dem Bildschirm vermitteln kann. Das führte zu einer weiteren Änderung: Die Tiefe der Sitzfläche wurde um 50 Millimeter verringert. Aus geplanten 500 Millimetern wurden 450 Millimeter. Die Fugen zwischen den Dielen der Sitzfläche wurden dadurch auch schmaler. Was dann folgte war wieder reine Fleißarbeit. Flächen und Kanten schleifen, alle Kanten abrunden und die gerundeten Kanten noch einmal per Hand nachschleifen. 

Das Ablängen aller Teile erfolgte auf der Tischkreissäge.

Das Ablängen aller Teile erfolgte auf der Tischkreissäge.

Die Einzelteile für zwei Bänke. Insgesamt sind es 25 Teile

Die Einzelteile für zwei Bänke. Insgesamt sind es 25 Teile

Nach dem Zuschnitt: Die erste Probe ob alles passt.

Nach dem Zuschnitt: Die erste Probe ob alles passt.

Alle Teile werden mit einer Körnung von 180 geschliffen. Das ist eine gute Basis für den späteren Anstrich mit Ölfarbe.

Alle Teile werden mit einer Körnung von 180 geschliffen. Das ist eine gute Basis für den späteren Anstrich mit Ölfarbe.

Zum Schleifen von Nadelholz ist ein offen gestreutes Schleifpapier zu empfehlen. Es setzt sich nicht so stark zu wie ein geschlossen gestreutes Schleifmittel.

Zum Schleifen von Nadelholz ist ein offen gestreutes Schleifpapier zu empfehlen. Es setzt sich nicht so stark zu wie ein geschlossen gestreutes Schleifmittel.

Abgerundete Kanten sind nicht nur angenehmer bei der Benutzung der Bänke, sie dienen auch dem konstruktiven Holzschutz. Wasser kann besser ablaufen und "hängt" nicht an der scharfen Kante. Ein Anstrich auf einem scharfkantigen Bauteil wird an dieser scharfen Kante schneller beschädigt und haftet nicht so gut. Bei einer abgerundeten Kante treten diese Probleme weniger auf. Eine Abrundung mit einem Radius von drei Millimetern ist dabei schon vollkommen ausreichend.

Alle Kanten werden mit einem Radius von fünf Millimetern abgerundet.

Alle Kanten werden mit einem Radius von fünf Millimetern abgerundet.

Auch die Ecken werden gerundet.

Auch die Ecken werden gerundet.

Das Nachschleifen der Rundungen erfolgt per Hand mit einem Schleifteller, auf dem ein sogenanntes Interface-Pad befestigt ist. Es passt sich der Kontur gut an.

Das Nachschleifen der Rundungen erfolgt per Hand mit einem Schleifteller, auf dem ein sogenanntes Interface-Pad befestigt ist. Es passt sich der Kontur gut an.

Mit konstruktivem Holzschutz hat auch die Art der Eckverbindung zu tun, die bei den Bänken an vielen Stellen eingesetzt wird: Taschenloch-Bohrungen, auch "Pocket- Holes" genannt. Sie erlauben das Verschrauben der Bauteile, ohne dass auf der Außenseite Schrauben zu sehen sind. Wenn keine Schrauben zu sehen sind ist das optisch ansprechender. Es hat aber auch den Vorteil, dass keine Löcher vorhanden sind, in denen sich Regenwasser sammelt und stehen bleibt. Stehendes Wasser führt dazu, dass an diesen Stellen das Holz schneller fault. Die Bohrungen der Pocket-Holes sind nicht so stark der Witterung ausgesetzt. Aufgrund der Form der Löcher fließt Wasser auch schnell wieder daraus ab. In Kombination mit einem Wasserfesten Leim (PU Leim, D4) ergibt sich auch eine dauerhaft belastbare Verbindung. Die Rahmen beider Bänke wurden auf diese Art miteinander verbunden. 

Zum Bohren der Pocket-Holes benötigt man eine Bohrschablone und einen speziellen Stufenbohrer.

Zum Bohren der Pocket-Holes benötigt man eine Bohrschablone und einen speziellen Stufenbohrer.

Je drei Schrauben halten die Teile fest zusammen.

Je drei Schrauben halten die Teile fest zusammen.

Die Schrauben müssen einen flachen Kopf haben, damit sie das Holz nicht spalten. Sie werden in einem flachen Winkel eingedreht.

Die Schrauben müssen einen flachen Kopf haben, damit sie das Holz nicht spalten. Sie werden in einem flachen Winkel eingedreht.

Wie der Bau der beiden Bänke weitergeht erfahren Sie dann in Teil 3 dieser kleinen Baudokumentation.

Zum Schluss noch einpaar Worte zur Holzauswahl: Leider musste ich bei der Holzauswahl ein paar kleine Kompromisse eingehen. So waren zum Beispiel auch sogenannte "Herzstücke" mit dabei. Also Holz, bei dem der komplette Kern des Baumes enthalten ist. Diese Teile neigen stark zum Reißen. Daher habe ich sie dort eingesetzt, wo die Risse nicht stören werden und wo kein Wasser darin stehen bleibt. Außerdem war es nicht immer möglich die linke Seite des Holzes nach oben zu nehmen. Ich habe mehr darauf geachtet keine zu großen Risse und Astlöcher der direkten Bewitterung auszusetzen. In Punkto konstruktivem Holzschutz sind die gezeigten Bänke also nicht ganz perfekt.

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