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Mut zu Hobelmaschine

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 06.06.2017

Die Hobelmaschine ist etwas ganz Besonderes. Sie markiert für viele Holzwerker eine Schwelle, über die es sich zu gehen lohnt. Nämlich die Schwelle, nicht mehr von vorgefertigtem Material abhängig zu sein. Aber der Kauf einer solchen Maschine markiert für die meisten auch einen weiteren wichtigen Punkt.

Solange man mit Plattenmaterialien und fertig ausgehobelten Hölzern zurande kommt, braucht man nicht viele Maschinen um daraus Möbel und andere Dinge zu bauen. Vieles davon hat seine Daseinsberechtigung ohnehin bei Besitzern von Altbauten. Schließlich gibt es für die Tischkreissäge, die Oberfräse und die Schleifmaschinen immer was zu tun. Bei der Hobelmaschine sieht es hingegen anders aus. Die braucht man eigentlich nur dann, wenn man das Holzwerken etwas intensiver und auf Dauer ausüben will. Kein Wunder also, dass sich so mancher mit der Anschaffung lange Zeit lässt. Irgendwie legt man sich damit ja auch fest. Man will den Status des "Bastlers" hinter sich lassen, richtig mit massivem Holz, von der Bohle weg arbeiten. Den Umgang mit dem Werkstoff von Grund auf lernen und sich nicht mehr dem Zwang von Leimholzplatten und Multiplex unterwerfen.

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Ob Sie eine große oder eine kleine Maschine benötigen ist von vielen Faktoren abhängig. Nicht zuletzt vom Platz und dem verfügbaren Budget.

Ob Sie eine große oder eine kleine Maschine benötigen ist von vielen Faktoren abhängig. Nicht zuletzt vom Platz und dem verfügbaren Budget.

Vor allem die Abrichthobelmaschine hat ein großes Gefahrenpotenzial. Unterschätzen Sie dies niemals.

Vor allem die Abrichthobelmaschine hat ein großes Gefahrenpotenzial. Unterschätzen Sie dies niemals.

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Schnell wird aber auch klar, dass es nicht damit getan ist, die richtige Maschine auszusuchen (siehe dazu auch "FAQ Hobelmaschine"), man ist ab diesem Zeitpunkt auch nicht mehr so mobil mit der eigenen Werkstatt. Zur Hobelmaschine kommt noch eine Absauganlage, die ebenfalls Platz benötigt. Spätestens jetzt wird ein Raum dauerhaft zur Werkstatt. Eventuell muss auch das Auto ab jetzt aus der Garage fern bleiben. Aber nicht nur die Werkstatt wird erweitert, auch das eigene Wissen muss erweitert werden. So manche Ausrede, wie "Da ist, die fertige Leimholzplatte schuld, die ist nicht richtig verleimt" gelten nicht mehr. Man muss sich viel intensiver mit dem Werkstoff Holz auseinandersetzen. Man muss seine Eigenarten kennenlernen und mit Sicherheit auch Lehrgeld in Form von ausgehobeltem, aber krummem Brennholz bezahlen.

So mancher "Bastler" wird dabei zum "Holzwerker". Die Hobelmaschine stellt eine regelrechte Evolutionsstufe dar. Viel mehr, als es eine Tischkreissäge oder eine Oberfräse tun würde. Die Möglichkeit Holz schnell und einfach auf beliebige Abmessungen zu bringen ermöglicht ganz andere Konstruktionen. Statt wuchtiger Schubladen aus 18-Millimeter-Leimholz können jetzt elegante Schübe aus 12- oder 10 Millimeter starkem Material gebaut werden. Alle Holzarten, die der Handel hergibt, können verwendet werden, Brettflächen sehen nicht mehr nach zusammengeleimten Leisten aus, sondern haben eine ausdrucksvolle Maserung. Selbst ein tragbarer Dickenhobel eröffnet ihnen vollkommen neue Möglichkeiten.

Sollten Sie noch am Anfang Ihrer Holzwerker-Karriere stehen und sich nicht sicher sein, ob Sie eine Hobelmaschine benötigen, seien Sie versichert: Sobald sie eine haben, werden Sie nicht mehr darauf verzichten wollen. Es muss nicht die 500Kg schwere Kombimaschine sein. Eine Maschine mit einer Hobelbreite von 260 Millimetern ist besser als keine. Ein reiner Dickenhobel ist besser als nichts. Die Hobelmaschine ist vielleicht die Maschine mit den wenigsten Betriebsstunden in Ihrer Werkstatt, aber es ist auch die Maschine, die viele Ihrer Ideen erst möglich macht. Und wenn Sie doch einmal das schöne Hobby Holzwerken aufgeben müssen, findet sich sicherlich ein Abnehmer für eine gut erhaltene und gepflegte Maschine.

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Solche kleinen Dickenhobelmaschinen werden oft unterschätzt. Sie können bis zu 330mm breit hobeln.

Solche kleinen Dickenhobelmaschinen werden oft unterschätzt. Sie können bis zu 330mm breit hobeln.

Ideal für kleine Werkstätten: Kleine Dickenhobel. Denken Sie aber auch daran, dass die Späne abgesaugt werden sollten.

Ideal für kleine Werkstätten: Kleine Dickenhobel. Denken Sie aber auch daran, dass die Späne abgesaugt werden sollten.

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Gestandene Handhobler werden nun natürlich sagen, dass man die Hobelmaschine doch auch problemlos durch einen gut geschärften Handhobel, Muskelkraft und Ausdauer ersetzen kann. Das stimmt natürlich. Allerdings dauert das Aushobeln von Hand auch sehr lange. Da kann es noch so viel Spaß machen, den Hobel pfeifen zu lassen, wenn man nur wenig Zeit fürs Hobby hat, muss man abwägen, was einem wichtig ist. Da kann man durchaus, zumindest das Dickenhobeln, der Maschine überlassen. Was in der Maschinenwerkstatt die Hobelmaschine ist, wird in der Handwerkstatt die schwere Hobelbank sein. Denn auch die bedeutet für viele Holzwerker, die gerne von Hand arbeiten einen enormen Schritt nach vorne.

Ich hatte immer eine Hobelmaschine in der Werkstatt, auch wenn es zeitweise nur ein transportabler Dickenhobel war. Ich kann mir die Arbeit mit Massivholz ohne Hobelmaschine kaum noch vorstellen. Ich empfinde die Hobelmaschine als ebenso wichtig, wie die Tischkreissäge, wenn nicht sogar wichtiger. Zumindest dann, wenn man nicht nur mit Plattenmaterialien arbeiten möchte.

Und wie ist es bei Ihnen? Haben Sie den Schritt schon gewagt? Und wenn nicht, was sind die Gründe, die für Sie noch gegen die Anschaffung sprechen?

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