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MFRC- Der Multifunktions-Rollcontainer - Teil 3

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 28.02.2017

Die Arbeitsfläche des Rollcontainers wird austauschbar bleiben. Man weiß ja nie. Die einfachste Lösung dafür erschein mir, sie in einen Falz einzulegen. Dieser Falz entsteht durch das Einleimen von Streifen entlang der Oberkante des Rollcontainers. Die Streifen sind 15 Millimeter stark und werden zehn Millimeter nach unten hin versetzt aufgeleimt. Das ergibt einen Falz von zehn Millimeter Tiefe und 15 Millimetern Breite. Bei der Falztiefe wurden die T-Nut-Schienen berücksichtigt. Wird der Falz zu tief, können die Schienen nicht mehr genutzt werden. Die Leisten für die Plattenauflage werden nur geleimt, nicht verschraubt. Später wird im Bereich der Leisten noch gefräst, da wären Schrauben fehl am Platz.

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Zum Aufleimen der Aufdopplungen reichen einige preisgünstige Federklemmen vollkommen aus.

Zum Aufleimen der Aufdopplungen reichen einige preisgünstige Federklemmen vollkommen aus.

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Die Schubladen sind sehr einfach aufgebaut. Die Seiten sind höher als die Vorder- und Hinterstücke. Der Schubladenboden ist in die Seiten eingenutet und wird zur Befestigung am Vorder- und Hinterstück verschraubt. Er kann also nach dem Verleimen der Schubladen eingesetzt werden. Im letzten Teil der Baudokumentation stelle ich Ihnen Zeichnungen bereit, auf der auch solche Details zu sehen sind. Der Einfachheit halber werden auch die Teile der Schubladen mit Flachdübeln verbunden. Ein Flachdübel Größe 20 reicht pro Ecke aus. Ursprünglich wollte ich Griffe ausfräsen. Ich entschied mich aber um, zugunsten einfacher Bohrungen als Griffloch. Das hat den Vorteil, dass weniger Staub eintreten kann als bei einer großen Fräsung. Und weniger Arbeit ist es auch noch. Überstehende Griffe versuche ich bei Werkstattmöbeln zu vermeiden. Sie sind doch oft sehr störend.

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Die Nut für den Schubladenboden wird mit mehreren Schnitten nebeneinander an der Tischkreissäge erstellt.

Die Nut für den Schubladenboden wird mit mehreren Schnitten nebeneinander an der Tischkreissäge erstellt.

Für die Eckverbindung an den Schubladen werden Flachdübel gefräst.

Für die Eckverbindung an den Schubladen werden Flachdübel gefräst.

Leichte Schraubzwingen reichen für das Verpressen der Schubladen vollkommen aus.

Leichte Schraubzwingen reichen für das Verpressen der Schubladen vollkommen aus.

Das Griffloch wird mit einem Forstnerbohrer gemacht.

Das Griffloch wird mit einem Forstnerbohrer gemacht.

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Mit dem Einbau von Schubladenbeschlägen tun sich viele Holzwerker schwer. Wenn man das nicht täglich macht, ist es in der Tat auch manchmal nervenaufreibend. Wenn möglich arbeite ich mit Hilfsmitteln. Für die von mir meist verwendeten Beschläge habe ich inzwischen auch spezielle Bohrschablonen. In diesem Fall werden aber Altbestände verarbeitet. Das ist auch der Grund, warum ich zu diesen Teleskopauszügen mit Kugellagern gegriffen habe: Sie waren halt noch da. Ansonsten sind mit rollengelagerte Auszüge für die Werkstatt lieber, da sie nicht so staubempfindlich sind.

Damit der Einbau möglichst einfach wird, habe ich mir ein Hilfsklötzchen angefertigt, mit dem ich den Abstand von der Vorderkante gleichmäßig einhalten kann. Die Schubladen sollen drei Millimeter zurückspringen. Bei einer Stärke von 15 Millimetern für die Schubladenfront ergibt das einen Rücksprung von 18 Millimetern für die Schiene. Die Schiene soll nicht ganz auf dem Boden aufsitzen, dafür sorgen untergelegte "Glaserklötze". Diese Klötze gibt es in unterschiedlichen Dicken. Sie sind für viele Arbeiten in der Werkstatt und rund ums Haus sehr nützlich.

Ein Zentrierbohrer (siehe Linkliste am Ende des Artikels) ist eine enorme Hilfe bei der Beschlagmontage. Auf den Schubladen selbst werden die Führungsteile nach Anriss montiert. Die genaue Position kann ermittelt werden, wenn die Führungen im Korpus befestigt sind.

Eine Sache, mit der sich auch viele Holzwerker schwertun, ist die Montage der Schubladenfronten. Meine bevorzugte Methode bei innenliegenden Fronten ist das Ankleben mit doppelseitigem Klebeband. Beim Positionieren der Front helfen die Glaserklötze ebenfalls. Das Klebeband muss die Front nur kurz halten. Es muss aber stark genug sein, damit man die Schublade an der Front herausziehen kann. Viele Beschläge haben eine Bremse, die den Auszug in seiner Endposition hält. Bei einigen Auszügen kann man diese Bremse entfernen oder abschalten. Tut man das, lässt dich die Schublade mit angeklebter Front leichter herausziehen.

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Montage der Schubladenführungen

Montage der Schubladenführungen

Die Laufschiene am Schubkasten wird nach Anriss montiert.

Die Laufschiene am Schubkasten wird nach Anriss montiert.

Die Schubladenfront wird mit doppelseitigem Klebeband fixiert.

Die Schubladenfront wird mit doppelseitigem Klebeband fixiert.

Mit angehaltenem Abstandhalter drückt man die Front an das Klebeband.

Mit angehaltenem Abstandhalter drückt man die Front an das Klebeband.

Die Front wird von innen an die Schublade geschraubt.

Die Front wird von innen an die Schublade geschraubt.

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Die Türen sind im Vergleich zu den Schubladen viel einfacher. Sie werden mit Topfbändern angeschlagen. Normalerweise sind Topfbänder in nur 15 Millimeter dicken Türen ein Problem, wenn man mit Bohrern arbeitet. Ich fräse die Scharniere aber inzwischen ein. Dann sind auch so dünne Türen machbar. Wie das geht habe ich vor einigen Wochen Beschrieben. Den Link zum Artikel finden Sie am Ende dieses Artikels. Für das Bohren der Montageplatten habe ich eine Bohrschablone. Die gibt es für wenige Euro von fast allen Beschlagherstellern.

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Die Löcher für die Topfbänder werden eingefräst.

Die Löcher für die Topfbänder werden eingefräst.

Schubladen und Türen sind eingebaut.

Schubladen und Türen sind eingebaut.

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Der eigentliche Korpus ist jetzt fertig. Nun geht es an die Funktionalität, welche den MFRC von einem einfachen fahrbaren Schrank unterscheidet. Der erste Schritt dabei ist das Einfräsen der T-Nut-Schienen in den Korpus. Das wird mit der Oberfräse in mehreren Schritten am fertigen Korpus erledigt. Im vierten und letzten Teil geht es dann um die Restarbeiten, also beispielsweise die Schienenmontage und das Bohren des Lochrasters.

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In mehreren Schritten wird die Nut für die Alu-Schienen gefräst.

In mehreren Schritten wird die Nut für die Alu-Schienen gefräst.

Wieder unterm Tisch

Wieder unterm Tisch

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Links:

Ergänzende Artikel:

Zentrierbohrer - Immer genau in die Mitte

Schubladenführungen - Dreimal gut geführt

Schubladenbau -  Wie groß wird die Schublade?

Schubladenfronten ausrichten: Drei Tipps für Ihre Schubladenfronten

Topfbänder: Topfbänder mal ganz anders einfräsen

Video: Möbelbau mit Topfbändern

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