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Hochkant fräsen - vom Problem zur Vorrichtung

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 16.01.2018

Ich muss öfter schmale Werkstücke hochkant am Frästisch bearbeiten. Bisher habe ich mir da immer mit Provisorien geholfen. Zum Beispiel, indem ich meinen Werkbankwinkel (siehe auch:http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Einfach-nuetzlich-Ein-Werkbankwinkel) umfunktioniert habe. Da wurde dann hier und da was festgeschraubt und mit Schraubzwingen befestigt. Es ging zwar irgendwie, aber es war nervig. Ich wollte immer mal was Neues bauen, aber Sie wissen ja wie das mit Provisorien ist. Ein gutes Provisorium hält zehn Jahre. Ich habe mich dann aber doch dazu durchgerungen eine Vorrichtung zu bauen, mit der solche Fräsgänge einfach zu bewerkstelligen sind.

Am Beispiel dieser Vorrichtung möchte ich Ihnen auch einmal zeigen, wie ich beim Bau einer solchen Werkstatthilfe vorgehe. Mit einer Idee im Kopf, aber ohne Plan.

Zunächst einmal habe ich mir einige Stücke Multiplex zurechtgeschnitten, aus denen die Vorrichtung gebaut werden sollte. Die Basis der Fräshilfe besteht aus einem Winkel aus 18 mm starkem Multiplex. Die Breite beträgt 200mm, die beiden Schenkel haben jeweils eine Länge von 250mm. Ein abgeschrägtes Teil in der Ecke stabilisiert den Winkel und ein Stück Kantholz dient als Griff.

Auf den Frästisch gestellt kann man schon sehen, wie es später aussehen soll. Damit das Verleimen einfach geht und alles schön bündig und rechtwinklig ist, kam die Flachdübelfräse zum Einsatz. Alle Kanten wurden mit einem Radiusfräser (5mm) abgerundet noch ein wenig geschliffen. Dann konnte verleimt werden. Der Grundaufbau der Vorrichtung war damit fertiggestellt.

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Die Grundbretter der Vorrichtung werden am Frästisch lose angeordnet.

Die Grundbretter der Vorrichtung werden am Frästisch lose angeordnet.

So möchte ich später greifen können.

So möchte ich später greifen können.

Flachdübel machen das genaue Verleimen sehr einfach.

Flachdübel machen das genaue Verleimen sehr einfach.

Alle Teile werden ohne Schrauben verbunden.

Alle Teile werden ohne Schrauben verbunden.

Ein paar Abrundungen sind schnell gefräst.

Ein paar Abrundungen sind schnell gefräst.

Alle Teile können in einem Arbeitsschritt verleimt werden.

Alle Teile können in einem Arbeitsschritt verleimt werden.

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Der nächste Schritt beim Bau war dann die Spannfläche, also der Teil der Vorrichtung auf dem die Werkstücke fixiert werden. Diese Spannfläche besteht aus einem Opferholz im unteren Bereich, einigen T-Nut-Schienen und Zwischenstücken. Zu diesem Zeitpunkt war mir nur klar, dass ich das Opferholz brauche und einige T-Nuten um Zwingen und/oder Anschläge zu befestigen. Wie das genau aussehen sollte, wusste ich noch nicht. Das wird dann später einfach ausprobiert und eventuell noch geändert. Die mittlere T-Nut-Schiene ist übrigens deswegen kürzer, weil ich nur noch ein paar Reste dieser Schienen hatte. Der Funktion tut das aber keinen Abbruch.

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Die Auflagen und Opferbretter.

Die Auflagen und Opferbretter.

Holz und T-Nut-Schienen immer im Wechsel.

Holz und T-Nut-Schienen immer im Wechsel.

Das Holz für die Spannfläche wird zum Verschrauben vorgebohrt.

Das Holz für die Spannfläche wird zum Verschrauben vorgebohrt.

Achtung, im Bereich wo gefräst wird, dürfen keine Schrauben sein!

Achtung, im Bereich wo gefräst wird, dürfen keine Schrauben sein!

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Beim ersten Versuch ein Werkstück festzuspannen zeigte sich, dass eine einzige Hebelzwinge nicht richtig funktioniert, um das Werkstück sicher zu halten. Der zweite Versuch war dann besser, eine Leiste mit zwei Klemmhebeln als Anschlag verhindert das Verdrehen und erleichtert vor allem das Festspannen des Werkstückes. Ohne die Leiste braucht man eigentlich drei Hände um das Werkstück gerade einzuspannen. So würde die Vorrichtung also schon mal funktionieren.

Bei sehr schmalen Werkstücken arbeite ich natürlich mit einem Vorsatzbrett (Siehe auch: http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Vorsatzbrett-mit-mehr-Komfort ). Dadurch kann ich dann aber dummerweise meine Stoppklötze für den Fräsanschlag (siehe auch: http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Ein-neuer-Fraesanschlag-Teil-3 ) nicht mehr nutzen. Eine Leiste mit einem passend gesägten Schlitz und ein Klemmhebel funktioniert als Stoppklotz wunderbar und war schnell gemacht.

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Wie kann das Werkstück sicher gehalten werden?

Wie kann das Werkstück sicher gehalten werden?

Eine Zwinge alleine ist noch nicht überzeugend.

Eine Zwinge alleine ist noch nicht überzeugend.

Mit einer Anschlagleiste funktioniert es nun.

Mit einer Anschlagleiste funktioniert es nun.

Eine verstellbare Stoppleiste verhindert, dass man zu weit fräst.

Eine verstellbare Stoppleiste verhindert, dass man zu weit fräst.

Die Bedienung funktioniert gut und ist sicher.

Die Bedienung funktioniert gut und ist sicher.

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Die Vorrichtung war damit fertig und es konnte an die ersten Fräsungen gehen. Und was soll ich sagen, es hat wunderbar funktioniert. Mit dieser Vorrichtung kann man beispielsweise Einzinker und Gratverbindungen herstellen. Auch Zapfen können mit einem langen Fräser gemacht werden. Das funktioniert also alles wunderbar.

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Seine solche Gratverbindung (Einzinker) lässt sich problemlos fräsen.

Seine solche Gratverbindung (Einzinker) lässt sich problemlos fräsen.

Geht auch: Zapfen mit einem langen Nutfräser anfräsen.

Geht auch: Zapfen mit einem langen Nutfräser anfräsen.

Ein dreiseitig hochkant gefräster Zapfen.

Ein dreiseitig hochkant gefräster Zapfen.

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Das Provisorium ist also nun Geschichte und die neue Vorrichtung kann ab jetzt ihren Dienst tun. Die Handhabung ist wirklich einfach und vor allem sicher. Die ersten Testfräsungen waren auch absolut präzise. Ich bin zufrieden!

Vielleicht konnte ich Ihnen mit diesem Artikel ein paar Anregungen geben, wie man Schritt für Schritt an so eine Vorrichtung herangeht. .

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Die Handhabung ist sicher und die Vorrichtung liefert präzise Ergebnisse.

Die Handhabung ist sicher und die Vorrichtung liefert präzise Ergebnisse.

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