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Haben Sie den Bogen raus?

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 13.01.2015

Bevor man mit einer Schablone arbeitet, muss man diese erst einmal erstellen. Solange es sich um gerade Formen handelt, ist es das ja noch recht einfach. Was aber, wenn die Form der Schablone auch Rundungen und Bögen beinhaltet? Wenn Sie eine Frässchablone herstellen, so dient diese ja dazu, beliebig viele Kopien einer Form herzustellen. Jedes Detail der Schablone wird dabei auf das Werkstück übertragen. Und das kann zum Problem werden. Denn auch Ungenauigkeiten, Fehler und Unregelmäßigkeiten werden mit übertragen. Es gilt also eine möglichst gleichmäßige Kontur, ohne Dellen und mit gut passenden Übergängen erst einmal auf das Schablonenmaterial zu bringen.

Wer am Computer zeichnen kann, (CAD) ist hier im Vorteil. Denn am Computer kann man die gewünschte Kontur 1:1 zeichnen und auch entsprechend ausdrucken. Überschreitet die Werkstück- oder Schablonengröße die Möglichkeiten des Druckers, so kann die Kontur auch auf mehrere Blätter verteilt ausgedruckt werden. Den Ausdruck klebt man dann mittels Klebestift oder Sprühkleber auf das Schablonenmaterial.

ein Klebestift ist zum Fixieren der Vorlage vollkommen ausreichend

ein Klebestift ist zum Fixieren der Vorlage vollkommen ausreichend

Ausgeschnitten wird die Kontur dann mit der Band- oder Stichsäge. Bei engen Radien sollten Sie auf der Stichsäge ein spezielles Kurvenblatt einsetzen und den Pendelhub komplett deaktivieren. Lassen Sie sich beim Sägen Zeit, das erspart viel Nacharbeit.

Egal, wie Sie die Kontur aufs Holz bringen. ein Kurvenblatt für die Stichsäge ist auf jeden Fall hilfreich

Egal, wie Sie die Kontur aufs Holz bringen. ein Kurvenblatt für die Stichsäge ist auf jeden Fall hilfreich

Wie Sie Rundungen ohne Dellen und sichtbare Übergänge verschleifen, habe ich ihnen vor einigen Wochen bereits gezeigt: Bögen perfekt schleifen http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Boegen-perfekt-schleifen

Wenn sie die benötigte Kontur nicht am Computer erstellen, oder einfach zunächst am Werkstück ein wenig mit den Proportionen experimentieren wollen, dann ist ein flexibles Stahllineal ein idealer Helfer dabei.

Solche Lineale sind flexibel genug, um auch enge Radien damit zu formen, aber nicht so flexibel, dass dabei Dellen entstehen. Außerdem kann man ein solches Lineal in der Holzwerkstatt sehr vielfältig einsetzen. Die Anschaffung lohnt sich also in jedem Fall. Auch wenn Sie das Lineal in sehr enge Radien biegen, es kehrt immer wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Es wird also bei der gleich gezeigten Methode nicht beschädigt.

Um zu Ihrer Form zu gelangen, benötigen Sie einige Eckpunkte, wie zum Beispiel den höchsten Punkt eines Bogens oder dessen Länge. Zeichnen Sie sich diese Punkte auf das Schablonenmaterial auf, in diesem Fall ein Stück Multiplex ausreichender Größe. Drehen Sie in die relevanten Punkte Schrauben ein. An diesen Schrauben entlang können Sie das Lineal nun anlegen. Wenn Sie weitere Punkte markieren und Schrauben eindrehen, können Sie sehr komplexe Formen gestalten. Soll die Form symmetrisch sein, müssen Sie entsprechend die Punkte messen und anzeichnen.

Die Punkte werden symetrisch auf dem Holz angezeichnet

Die Punkte werden symetrisch auf dem Holz angezeichnet

Durch Umsetzen der Schrauben verändern sie die Kontur. Wenn Ihnen die Form, in die Sie das Lineal gebracht haben gefällt, zeichnen Sie diese einfach mit einem Bleistift nach. Anschließend wird entlang der Linie ausgeschnitten und wieder verschliffen.

Das Stalllineal wird mittels Schrauben in der richtigen Form gehalten

Das Stalllineal wird mittels Schrauben in der richtigen Form gehalten

Die fertige Schablone

Die fertige Schablone

Ein einfaches Stahllineal für wenige Euro und ein paar Schrauben ersetzen so teure Spezialwerkzeuge.

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