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Fräsen wie auf Schienen

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 07.07.2015

Fräsen in der Brettfläche ist nicht ganz einfach. Ein typisches Beispiel für eine solche Fräsung ist eine Gratnut oder die Nut für einen Zwischenboden in einem Schrankkorpus. Für solche Arbeiten wird oft eine Führungsschiene und ein passender Adapter für die Oberfräse empfohlen. Das funktioniert meist auch, hat aber doch einige Nachteile. So ist es beispielsweise nicht ganz trivial die Schiene so zu positionieren, dass die Fräsung später auch dort ist, wo man sie haben möchte. Man braucht einen Abkippschutz für die Oberfräse. Man muss die Fräse sehr gut führen und die benötigten Zubehörteile sind mitunter recht teuer.

Eine einfache, preisgünstige und sehr komfortable Lösung für das Problem ist eine einfache, selbst gebaute Führung, die ohne speziellen Adapter auskommt, mit jeder Oberfräse funktioniert und sehr einfach zu positionieren ist. Alles was Sie benötigen sind einige Sperrholzstreifen und ein Kopierring für Ihre Oberfräse.

Die Materialkosten für den Bau dieser Führungsschiene sind sehr gering

Die Materialkosten für den Bau dieser Führungsschiene sind sehr gering

Schneiden Sie sich zunächst zwei Klötzchen aus ca. 18mm starkem Material. Die Länge sollte um die 100 mm betragen, die Breite muss der des verwendeten Kopierringes entsprechen. Damit auch große Fräser mit der Führung verwendet werden können ist es ratsam einen Kopierring mit 30 oder 40mm zu verwenden. Ich habe einen Ring mit 40mm gewählt. Die selbst gebaute Führung funktioniert später nur mit diesem Kopierring. Die Klötzchen bekommen der Länge nach eine dünne, aber gut sichtbare Mittellinie.

Diese kleinen Klötzchen müsen ganz genau zum Kopierring passen

Diese kleinen Klötzchen müsen ganz genau zum Kopierring passen

Die Mittellinie wird zum späteren Ausrichten der Schiene benötigt.

Die Mittellinie wird zum späteren Ausrichten der Schiene benötigt.

Sie können Ihre Führungsschiene in beliebiger Länge bauen. Meist reicht aber eine Fräslänge von ca. 800mm aus. Zur gewünschten Fräslänge addieren Sie noch 200 mm hinzu, das ergibt die Länge der beiden Seitenteile. Die Länge der Querstege beträgt 200mm + den Durchmesser des Kopierringes. Alle Teile haben eine Breite von 100mm. Da die Schiene aus zwei Lagen aufgebaut wird benötigen Sie noch passende Füllstücke. Für die hier gezeigte Schiene mit 800mm Fräslänge zur Verwendung mit einem 40mm Kopierring ergeben sich folgende Maße der Einzelteile:

Pos. 1= 1000mm x 100mm x 6mm

Pos. 2 = 240mm x 100mm x 6mm

Pos. 3 = 40mm x 100mm x 6mm

Pos. 4 = 800mm x 100mm x 6mm

Pos. 5 = 100mm x 40mm x 18mm

Schematische Darstellung

Schematische Darstellung

Der Zusammenbau gestaltet sich sehr einfach. Im ersten Schritt leimen Sie die beiden Querstücke (Pos.2) an eine der langen Leisten (Pos.1) im rechten Winkel an. Lassen Sie diese Verbindung ca. 20 Minuten trocknen. Dann erst leimen Sie die zweite lange Leiste an. Die beidel Klötzen (Pos. 5) dienen als Abstandhalter.. Prüfen Sie aber dennoch zur Sicherheit noch einmal den Abstand mit Hilfe des Kopierringes nach. Auch diese Verleimung sollte erst einmal aushärten, bevor Sie weiter an der Führungsschiene arbeiten. Im letzen Schritt werden die Füllstücke eingeleimt, so dass die Führungsschiene eine Stärke von 12mm bekommt und auf beiden Seiten eben ist. Am Ende werden noch alle Kanten leicht gebrochen und fertig ist die Führunsschiene für die Oberfräse.

 

Im ersten Schritt werden die Querstücke angeleimt.

Im ersten Schritt werden die Querstücke angeleimt.

Einfache Federklemmen sind zum Verleimen vollkommen ausreichend

Einfache Federklemmen sind zum Verleimen vollkommen ausreichend

Schritt zwei besteht darin, die zweite, lange Leiste anzuleimen.

Schritt zwei besteht darin, die zweite, lange Leiste anzuleimen.

Die restlichen Schablonenteile werden angeleimt.

Die restlichen Schablonenteile werden angeleimt.

Sie können die Führungsschiene noch optimieren, indem Sie Melaminkanten als Gleitbeläge aufbügeln. Darauf rutscht Ihre Oberfräse noch besser.

Bügelkanten sind sehr gute Gleitbeläge für Schablonen

Bügelkanten sind sehr gute Gleitbeläge für Schablonen

Die Anwendung der Schiene ist dank der beiden 100mm langen Klötzchen sehr einfach. Zuerst zeichnen Sie sich die Mitte der Fräsung, in diesem Fall eine Gratnut, auf Ihrem Werkstück an. Nun legen Sie die Schiene auf das Werkstück und die beiden Klötzchen in die Schiene. Verschieben Sie die Schiene so, dass die Mittellinie der Klötzchen sich mit der Markierung auf Ihrem Werkstück deckt. In dieser Position wird die Führungsschiene mit Schraubzwingen fixiert. Die Klötzchen werden jetzt wieder aus der Schiene heraus genommen. Das war’s auch schon.

Die Mittellinie der Fräsung wird am Werkstück angezeichnet

Die Mittellinie der Fräsung wird am Werkstück angezeichnet

Mit Hilfe der Klötzchen wird die Schiene am Anriss positioniert

Mit Hilfe der Klötzchen wird die Schiene am Anriss positioniert

Je dünner die Linien, umso genauer lässt sich die Schiene positionieren

Je dünner die Linien, umso genauer lässt sich die Schiene positionieren

Die Oberfräse wird mit dem zur Schiene passenden Kopierring bestückt, der Fräser wird montiert und die Tiefe wird eingestellt. Jetzt kann gefräst werden. Die Fräsung ist dann genau an der Position, an der sie sein soll. Das Anzeichnen der Mitte ist viel einfacher, als die Außenkante der Fräsung zu markieren und den Versatz zu berücksichtigen. Außerdem ist man nicht an die Haltung der Fräse gebunden, welche ein Führungsschienenadapter vorgibt.

Das Fräsen mit der Schiene ist sicher und präzise.

Das Fräsen mit der Schiene ist sicher und präzise.

Fräsen wie auf Schienen kann man hier wörtlich nehmen.

Fräsen wie auf Schienen kann man hier wörtlich nehmen.

Der Clou an dieser Schiene sind die beiden Klötzchen. Achten Sie gut auf sie.

Der Clou an dieser Schiene sind die beiden Klötzchen. Achten Sie gut auf sie.

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