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FAQ - Hobelmaschinen

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 07.06.2016

In meiner eigenen Werkstatt hatte ich bisher zwei verschiedene Hobelmaschinen. Eine Abricht-Dickenhobelmaschine mit 26cm Hobelbreite und eine reine Dickenhobelmaschine mit 30cm Hobelbreite. Seit einigen Tagen ist meine neue Maschine in betrieb. Eine Abricht-Dickenhobelmaschine mit 310 Millimetern Hobelbreite.  Mir wurden in der Vergangenheit viele Fragen zu Hobelmaschinen gestellt. Die meistgestellten Fragen will ich heute hier beantworten. Vielleicht Ihnen der Artikel ja ein wenig dabei, die für Sie richtige Maschine zu finden.

Für die meisten Holzwerker wird eine Maschine mit ca. 300 Millimetern Hobelbreite ausreichen.

Für die meisten Holzwerker wird eine Maschine mit ca. 300 Millimetern Hobelbreite ausreichen.

 

Wie breit sollte eine Hobelmaschine sein?

Die einfachste Antwort wäre hier natürlich "so breit wie nur möglich". Leider sind bei den meisten Anwendern im Hobbybereich aber zwei wichtige Ressourcen nur Begrenzt vorhanden. Nämlich Geld und Platz. Man muss also die Maschinenbreite mit dem verfügbaren Platz und dem verfügbaren Budget unter einen Hut bringen.  Dabei spielt eine Größe eine wichtige Rolle: Die übliche, maximale Schrankbreite. Schaut man sich die eigenen Möbel einmal genauer an, wird man nur sehr selten Schränke finden, die eine größere Tiefe als 600 Millimetern aufweisen. Legt man nun diese 600 Millimeter den Überlegungen zur Maschinebreite zugrunde, ergibt sich folgendes:

  • Idealerweise hätte die Hobelmaschine eine Bearbeitungsbreite von etwas über 600 Millimetern
  • Ist die 600 Millimeter Breite Maschine in der eigenen Werkstatt nicht möglich (was meist der Fall sein dürfte), muss man breite Leimholzplatten immer aus zwei Teilen nach dem Hobeln zusammensetzen.
  • Muss man ohnehin zwei Plattenteile zu einer breiten Platte zusammensetzen und den Stoß später verschleifen, kann man mit einer nur 310 Millimeter breiten Maschine die benötigten 600 Millimeter breiten Platten herstellen.
  • In wie fern macht vor diesem Hintergrund eine Maschine mit einer Durchlassbreite von mehr als 310 Millimetern in der eigenen Werkstatt Sinn?
  • Um wieviel größer muss die Absaugung bei breiter werdender Hobelmaschine werden?

Aufgrund dieser Stichpunkte wird sich für die meisten Hobbyanwender zeigen, dass eine Maschine mit einer Durchlassbreite von 310 Millimetern ausreichend sein dürfte. Das soll nun nicht heißen, dass Sie sich nicht auch eine größere Maschine gönnen sollten, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben.

Reicht eine reine Dickenhobelmaschine aus?

Reicht eine reine Dickenhobelmaschine aus?

Wann reicht eine reine Dickenhobelmaschine aus?

Ich habe einige Jahre nur mit einer kleinen Dickenhobelmaschine gearbeitet und das hat im Grunde sehr gut funktioniert. Man muss sich jedoch im Klaren sein, dass man sich bei dieser Arbeitsweise mit einigen Einschränkungen abfinden muss. So muss man alternative Methoden finden um die Kanten von Werkstücken rechtwinklig zur Fläche zu bekommen. Das geht zum Beispiel mit dem Frästisch, oder der Handkreissäge mit Führungsschiene. Natürlich auch mit dem Handhobel. Den Handhobel setzen Sie sinnvollerweise auch zum groben Abrichten der Fläche ein. Tut man das nicht, kommt das Holz ebenso krumm aus der Maschine wie man es hineingeschoben hat. Der reine Dickenhobel ist daher für diejenigen Anwender zu empfehlen, die…

… eher kleine Mengen Massivholz verarbeiten.

… viel mit Leimholzplatten arbeiten und diese dünner hobeln möchten.

… ohnehin fast nur mit Handwerkzeugen arbeiten.

… denen aufgrund enger Platzverhältnisse keine andere Option bleibt.

Bei all den Nachteilen die sich durch die fehlende Abricht-Funktion ergeben hat der reine Dickenhobel zwei riesige Vorteile, die nicht zu unterschätzen sind: Er nimmt kaum Platz weg und er kommt ohne Starkstromanschluss aus. Diese beiden Argumente sind inzwischen für viele Holzwerker ausschlaggebend.

Das wird immer eine Kompromisslösung sein.

Das wird immer eine Kompromisslösung sein.

Kann ich eine Hobelmaschine mit einem Werkstattsauger absaugen?

Das ist nur sehr begrenzt möglich. Vor allem die kleinen Dickenhobelmaschinen verleiten natürlich zu dem Schluss, dass man dort einen Werkstattsauger zur Absaugung nutzen kann. Einige Modelle sind auch bereits für das Anschließen eines 50mm Schlauches vorbereitet.  Das Problem ist hierbei weniger die Saugleistung. In der Regel werfen die Maschinen die Späne schon recht zielgerichtet aus. Sie müssen dann "nur" noch aufgefangen werden. Problematisch wird die reine Menge an Spänen. Schnell kommen binnen 15 Minuten Hobelarbeit 100 Liter Späne zusammen. Je langfaseriger das Holz, umso größer wird das Volumen der Späne. Das übersteigt die Möglichkeiten eines Werkstattsaugers mit 25 oder 35 Litern Volumen. Ein gangbarer Weg wäre dann ein Zyklonabscheider mit großem Auffangbehälter. Dieser muss dann aber auch immer wieder geleert werden.  Der Platzbedarf einer solchen Absauglösung kommt dann schon wieder nahe an die Stellfläche einer kleinen Absauganlage heran. Für das Absaugen einer Hobelmaschine reichen günstige Anlagen im Preissegment von 200 Euro schon aus.

Meiner Meinung nach ist die Absaugung einer Hobelmaschine mittels Werkstattsauger (und Zyklon) nur ein Notbehelf, der schnell Frust beim Anwender aufkommen lässt.

Wie Sie sehen ist das ein Thema, das man nicht so einfach abhandeln kann. Die Auswahl der eigenen Hobelmaschine ist mit Sicherheit für jeden Holzwerker eine kleine Herausforderung. Vielleicht haben Sie ja Lust Ihre eigenen Erfahrungen in Form eines Kommentares mit den anderen Lesern zu teilen.

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