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Eine „Aufhängewand“ - Teil 1

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 04.09.2018

Wenn Sie Kinder haben, kennen Sie das sicherlich auch: Die Kinder möchten Dinge an die Wände hängen und festmachen. Das können Bilder sein, Haken oder Gebasteltes und vieles mehr. Das geht ja auch ganz einfach mit Reißzwecken oder Klebeband. Aber meist kollidiert das dann mit den Vorstellungen der Eltern, die ganz gerne intakte Wände ohne Löcher und abgerissene Tapeten sehen wollen.

Eine Lösung dieses Problems ist (hoffentlich) eine Aufhängewand fürs Jugendzimmer. Die Idee ist von den allseits beliebten "French Cleat" Werkzeugwänden abgeleitet, die sich in vielen Werkstätten finden. Für die Werkstatt finde ich das eher unpraktisch, für das Zimmer unseres Sohnes sollte es aber eine ganz praktische Lösung sein. Statt Werkzeug sollen ein Whiteboard, Kistchen, Ablagen, Haken etc. ihren Platz an dieser Wand finden. Dazu sollte das Ganze auch noch gut aussehen. Einfach Leisten an die Wand schrauben scheidet also aus.

 

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So soll es später aussehen.

So soll es später aussehen.

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ich hatte noch etwas Esche übrig, das leider recht viele Oberflächenrisse hatte. von den ursprünglichen 35 Millimetern Stärke blieben noch 15 Millimeter. Das ist natürlich ein heftiger Verschnitt, aber immer noch besser als das Holz zu Brennholz zu schneiden.

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Zuerst wird die Bohle besäumt. Vorne hält der Besäumschuh das Holz fest, hinten eine Hebelzwinge.

Zuerst wird die Bohle besäumt. Vorne hält der Besäumschuh das Holz fest, hinten eine Hebelzwinge.

Beim Auftrennen wird der Parallelanschlag zurückgezogen. Die Spanhaube sitzt so tief wie möglich und es kommt natürlich ein Schiebestock zum Einsatz.

Beim Auftrennen wird der Parallelanschlag zurückgezogen. Die Spanhaube sitzt so tief wie möglich und es kommt natürlich ein Schiebestock zum Einsatz.

Bei solch schmalen Werkstücken ist ein Hilfsanschlag an der Abrichthobelmaschine sehr nützlich. Er schafft Platz für die Finger.

Bei solch schmalen Werkstücken ist ein Hilfsanschlag an der Abrichthobelmaschine sehr nützlich. Er schafft Platz für die Finger.

Nach dem Aushobeln werden die Teile abgelängt. „Fritz“ von „Fritz und Franz“ hindert die Leisten am Verkanten.

Nach dem Aushobeln werden die Teile abgelängt. "Fritz" von "Fritz und Franz" hindert die Leisten am Verkanten.

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Eine Überblattung ist eine stabile und einfach herzustellende Eckverbindung. Sie können diese Verbindung sägen, fräsen oder von Hand machen. Ich habe mich für eine Kombination aus Fräsen und Handarbeit entschieden. die vier Außenecken lassen sich mit einem großen Falzfräser einfach auf dem Frästisch erstellen. Die Enden der langen Teile für die T-Verbindung kann man mit der gleichen Einstellung fräsen. Die vier Aussparungen in den aufrechten Hölzern sind mit Handwerkzeugen schnell gemacht.

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Vorsatzbrett, Schiebeholz und eine Abdeckung von oben machen diesen Fräsgang sicher.

Vorsatzbrett, Schiebeholz und eine Abdeckung von oben machen diesen Fräsgang sicher.

Wenn der Falzfräser keine überstehende Schraube hat, kann man mit ihm in mehreren Fräsgängen auch Aussparungen fräsen, die größer sind als sein Durchmesser.

Wenn der Falzfräser keine überstehende Schraube hat, kann man mit ihm in mehreren Fräsgängen auch Aussparungen fräsen, die größer sind als sein Durchmesser.

Die Position der Aussparung wird festgelegt. Zwei Leisten werden mit doppelseitigem Klebeband festgeklebt, dazwischen liegt das Querstück.

Die Position der Aussparung wird festgelegt. Zwei Leisten werden mit doppelseitigem Klebeband festgeklebt, dazwischen liegt das Querstück.

An den Leisten entlang wird die halbe Materialstärke eingesägt.

An den Leisten entlang wird die halbe Materialstärke eingesägt.

Das Holz zwischen den Sägeschnitten wird mit dem Grundhobel entfernt.

Das Holz zwischen den Sägeschnitten wird mit dem Grundhobel entfernt.

Der Trick sind die beiden aufgeklebten Leisten. Dadurch bekommt die Aussparung exakt die richtige Breite.

Der Trick sind die beiden aufgeklebten Leisten. Dadurch bekommt die Aussparung exakt die richtige Breite.

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Zum Aufhängen der verschiedenen Dinge wird eine Schräge angefräst (Siehe auch http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Wie-kommt-der-Schrank-an-die-Wand) die Schräge wird jedoch nur zur Hälfte der Materialstärke gefräst, sonst würde man von außen ein Loch in der Überblattung sehen. Anschließend können alle Teile geschliffen werden. Die Kanten werden gefast, so dass zwischen den einzelnen Teilen des Rahmens eine Schattenfuge entsteht. Die Längskanten können Sie problemlos mit dem Frästisch fasen, die Querkanten mit einem Einhandhobel. Vor dem Verleimen werden alle Einzelteile des Rahmens lackiert. Das ist viele einfacher, als den fertigen Rahmen zu lackieren.

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Die Fasen werden auf dem Frästisch gemacht. Je Querstück eine große Fase zum Aufhängen. Alle anderen Kanten bekommen nur eine kleine Fase.

Die Fasen werden auf dem Frästisch gemacht. Je Querstück eine große Fase zum Aufhängen. Alle anderen Kanten bekommen nur eine kleine Fase.

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Die Fase an der die Sachen später aufgehängt werden darf nicht so groß werden.

Die Fase an der die Sachen später aufgehängt werden darf nicht so groß werden.

Durch die Überblattung und die Größe der Fase werden die Ecken von hinten so aussehen.

Durch die Überblattung und die Größe der Fase werden die Ecken von hinten so aussehen.

Jetzt wird geschliffen. Die Fasen/ Schattenfugen kaschieren kleine Ungenauigkeiten in der Materialstärke.

Jetzt wird geschliffen. Die Fasen/ Schattenfugen kaschieren kleine Ungenauigkeiten in der Materialstärke.

Diese Kanten lassen sich nicht fräsen. Mit einem Einhandhobel ist die Fase für die Schattenfuge aber schnell gemacht.

Diese Kanten lassen sich nicht fräsen. Mit einem Einhandhobel ist die Fase für die Schattenfuge aber schnell gemacht.

Einzelteile lassen sich viel besser lackieren oder Ölen, als komplette Rahmen. Die Leimflächen bleiben natürlich unbehandelt.

Einzelteile lassen sich viel besser lackieren oder Ölen, als komplette Rahmen. Die Leimflächen bleiben natürlich unbehandelt.

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Kommende Woche zeige ich Ihnen dann, wie es mit der Aufhängewand weiter geht. Und auch wenn Sie das eigentliche Projekt vielleicht weniger interessiert, denke ich doch, dass ich Ihnen einige Tipps und Tricks zeigen kann, die Ihnen bei Ihren Projekten helfen werden.

Links:

Teil 2

Teil 3

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