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Ein schräges Pärchen- Schrägbeitel selbst gemacht

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 14.10.2014

Schrägbeitel kommen auch in solche Ecken

Schrägbeitel kommen auch in solche Ecken

Schrägbeitel sind eine tolle Sache. Die Idee dahinter ist simpel. Die Schneide eines Stemmeisens wird schräg angeschliffen um damit an Stellen zu gelangen, die für ein gerade geschliffenes Stemmeisen kaum zu erreichen sind. So zum Beispiel beim Ausarbeiten von halbverdeckten Zinken oder schwalbenschwanzförmigen Überblattungen. Eben solche schwalbenschwanzförmigen Überblattungen mache ich gerade. Ich habe seit langem schon einen Satz Schrägbeitel, war aber damit nie so richtig zufrieden. Neue mussten her.

Wenn ich mir das aktuelle Angebot an Schrägbeiteln ansehe frage ich mich ob die Hersteller dieser Beitel wissen wozu sie eigentlich benutzt werden. In Der Regel handelt es sich um normale Stemmeisen, die lediglich schräg angeschliffen werden. Mich stören an diesen fertigen Schrägbeiteln gleich drei Dinge: Das erst ist der Anschliff.  Meist werden die Eisen mit einem Winkel von 30 Grad angeschliffen. Damit ist die Schräge des Schneidenverlaufes gemeint, nicht der angeschliffene Fasenwinkel. Dieser große Winkel ist störend, da man das Eisen dadurch sehr schräg halten muss. Dafür ist aber oft kein Platz. Weiterhin haben diese Eisen eine hintere Zwinge. Wer wird wohl auf einen Schrägbeitel mit dem Klüpfel schlagen? Die Zwinge ist nicht notwendig und macht das Eisen nur unbequem wenn es für feine Arbeiten in die Handfläche gelegt wird.  Und dann sind mir die fertigen Schrägbeitel auch alle zu lang. Für feine Arbeiten bevorzuge ich Stemmeisen in kurzer Bauform. Das sind Gründe die dafür sprechen Schrägbeitel nach den eigenen Bedürfnissen selbst zu machen.

Das ist auch sehr einfach. Als Ausgangspunkt benötigt man lediglich zwei Stemmeisen welche die Grundanforderungen an die neuen Schrägbeitel erfüllen. Bei mir sind das zwei 10 Millimeter breite Eisen in kurzer Bauform ohne hintere Zwinge.

Da mir die 30 Grad Schräge der fertigen Eisen zu viel sind, entschied ich mich für 20 Grad. Im Nachhinein hätten es sogar nur 15 Grad sein können. Denn die meisten Verbindungen die man mit solchen Schrägbeiteln nacharbeitet werden nicht ganz so schräg ausgeführt. Je flacher der Winkel, umso mehr Platz hat das Eisen zum Beispiel in halbverdeckten Zinken. Im ersten Schritt habe ich daher erst einmal mit einem wasserfesten Stift die 20 Grad Schräge auf die Spiegelseite des Stemmeisens gezeichnet.

Anzeichnen der Schräge

Markieren des Winkels für das anschließende Schleifen

Die gerade Schneide auf einen Winkel von 20 Grad zu bringen ist ohne maschinelle Unterstützung sehr viel Arbeit. Ich habe daher auf einen Bandschleifer zurückgegriffen. Wenn man dabei aufpasst den Stahl nicht zu überhitzen ist das kein Problem. Zwischen dem Schleifen lässt man das Eisen immer wieder abkühlen.

Anschliff auf dem Bandschleifer

Anschliff auf dem Bandschleifer

Der Bandschleifer ist für die grobe Vorarbeit zuständig. Die Feinarbeit erfolgt auf Wassersteinen. Die Fase wird sauber geschliffen und die beiden neuen Schrägbeitel werden noch gut geschärft. Schrägbeitel kommen immer Paarweise daher. Ein rechtes und ein linkes Eisen gewährleisten dass man in beide Ecken einer schwalbenschwanzförmigen Aussparung kommt.

Feinarbeit auf dem Wasserstein

Feinarbeit auf dem Wasserstein

Wie Sie sehen ist es keine große Sache einen Satz Schrägbeitel für die ganz eigenen Ansprüche zu bekommen. Suchen Sie sich die passenden Stemmeisen und schleifen sie die Schräge selbst an. Der Zeitaufwand beträgt pro Eisen höchstens eine halbe Stunde.

Ein paar Schrägbeitel

Ein fertiges Paar Schrägbeitel

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