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Ein neuer Frästisch – Teil 5

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 26.02.2019

Schubladen sind praktisch, vor allem dann, wenn Sie unterhalb der Arbeitsfläche sind. Da sind Türen eher unpraktisch. Allerdings sind Schubladen mit einem höheren Materialeinsatz und auch mit mehr Arbeit verbunden. Ich habe mir inzwischen eine bestimmte Vorgehensweise beim Bau von Schubladen angewöhnt, bei der das Bauen der Kästen recht flott von der Hand geht. Die Konstruktion ist einfach, die Seiten sind etwas höher als die Vorder- und Rückstücke, dadurch müssen nach dem Verleimen keine Überstände und kleine Ungenauigkeiten nachgearbeitet werden. Der Boden ist in den Seiten eingenutet und wird mit den Vorder- und Rückstücken verschraubt. Diese Konstruktion erlaubt es, den Kasten noch nach dem Verleimen in den genauen rechten Winkel zu bringen.

Damit der Boden ganz genau in die Nut passt, wird die Nut etwas dünner gefräst, als die Materialstärke des Bodens beträgt. Der Boden wird anschließend passend dazu abgeplattet. (Siehe auch: http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Was-nicht-passt-wird-passend-gemacht-Abplattungen)

Für die Eckverbindungen habe ich den Mafell Duodübler DDF40 genommen (http://www.holzwerken.net/Wissen/News/DuoDuebler-DDF40-Teuer-und-gut) Runddübel sind, wenn sie genau passen sehr einfach zu verleimen und außerdem auch stabil. Bei all dem Komfort, den der DDF40 bietet, muss man allerdings die vielen Dübellöcher dann aber dennoch beleimen und die Dübel einschlagen. Es gibt aber schlimmeres, zum Beispiel wieder schleifen :-)

Vor dem Verleimen werden alle Teile der Schubladen noch geschliffen. Da es sich um Schubladen für ein Werkstatmöbel handelt, sollte es mit einem Schliff mit Korn 180 aber gut sein. Ich mag es ja, wenn meine Werkstattmöbel vernünftig aussehen, aber übertreiben will ich es nicht.

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Die Nuten für die Schubladenböden können bereits auf dem neuen Frästisch gemacht werden.

Die Nuten für die Schubladenböden können bereits auf dem neuen Frästisch gemacht werden.

Die Abplattung macht alles passend und gleicht Dickenunterschiede aus.

Die Abplattung macht alles passend und gleicht Dickenunterschiede aus.

Die Eckverbindungen werden alle mit Runddübeln gemacht. Mit dem Duodübler geht das schnell und einfach.

Die Eckverbindungen werden alle mit Runddübeln gemacht. Mit dem Duodübler geht das schnell und einfach.

112 Dübel müssen eingeleimt werden.

112 Dübel müssen eingeleimt werden.

Und wieder einmal wird geschliffen. Aber nicht sehr penibel. Einmal mit Korn 180 reicht für die Werkstatt aus.

Und wieder einmal wird geschliffen. Aber nicht sehr penibel. Einmal mit Korn 180 reicht für die Werkstatt aus.

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Alle Längskanten an den Seitenteilen werden nach dem Schleifen alle mit einem Radius von 5 mm abgerundet. Bei den Vorderteilen bekommt nur die obere Längskante innen eine Rundung, beim Rückteil beide oberen Längskanten. So sind alle Kanten, an die man später noch herankommt abgerundet. Auch das geschieht schon auf dem neuen Frästisch und geht bei so vielen Teilen viel schneller, als die Kanten von Hand mit Schleifpapier zu entschärfen.

Nach dem Verleimen sollen nur noch so wenige Arbeitsgänge wie möglich an den Schubladen zu machen sein. Das bedeutet, dass auch schon die Schrauben für die Befestigung des Bodens vorgebohrt werden. Danach kann es mit den Vorbereitungen für das Lackieren losgehen.

Der erste Schritt dabei ist das sorgfältige Entstauben aller Schubladenteile. Das hat nicht nur mit der besseren Qualität der fertigen Oberfläche zu tun. Durch das Entstauben verhindern Sie auch, dass Staub und Späne in den Lack gelangen. Das ist dann von Bedeutung, wenn Sie überschüssigen Lack aus der Lackwanne wieder zurück in die Lackdose geben möchten. Dann sollte der zurück gefüllte Lack ja noch möglichst sauber sein.

Nach dem Entstauben hält auch das Klebeband besser, das über die Leimflächen geklebt wird. Dort wo das Klebeband ist, kommt kein Lack hin, aber später der Leim. Und der hält dann auch gut.

Nach all der Vorarbeit ist das eigentliche Lackieren schnell erledigt. Die Kanten sind als Erstes dran. Sie bekommen drei Schichten Lack kurz hintereinander aufgetragen. Die Flächen werden zweimal ohne Zwischenschliff lackiert. Über Nacht kann alles gut durchhärten und wird am folgenden Morgen mit Korn 2000 geschliffen. Fertig ist die Werkstatt-Oberflächenbehandlung.

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An den Schubladen werden alle Kanten abgerundet. Auf dem neuen Frästisch macht das natürlich besonders viel Spaß.

An den Schubladen werden alle Kanten abgerundet. Auf dem neuen Frästisch macht das natürlich besonders viel Spaß.

Die Schubladenböden werden nach dem Verleimen angeschraubt. Die Schrauben sind nur 3 mm dick und müssen im Boden vorgebohrt werden.

Die Schubladenböden werden nach dem Verleimen angeschraubt. Die Schrauben sind nur 3 mm dick und müssen im Boden vorgebohrt werden.

Vor dem Lackieren muss der Staub entfernt werden. Gut absaugen ist hier vollkommen ausreichend.

Vor dem Lackieren muss der Staub entfernt werden. Gut absaugen ist hier vollkommen ausreichend.

Die Leimflächen an den Seitenteilen müssen abgeklebt werden. Auf dem Lack würde der Leim nicht gut halten.

Die Leimflächen an den Seitenteilen müssen abgeklebt werden. Auf dem Lack würde der Leim nicht gut halten.

Erst einmal werden alle sichtbaren Kanten mehrfach lackiert.

Erst einmal werden alle sichtbaren Kanten mehrfach lackiert.

Danach geht es ans Lackieren der Flächen.

Danach geht es ans Lackieren der Flächen.

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Fertig lackiert werden die Einzelteile dann zu sieben Schubladen verleimt. Diese Vorgehensweise ist viel einfacher, als zuerst zu verleimen und dann die Kästen zu lackieren. Nach dem Verleimen sind die Schubladen so gut wie fertig. Es müssen lediglich noch Boden und Kupplungen angeschraubt und je zwei Bohrungen gemacht werden.

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Nach dem durchhärten des Lacks kann verleimt werden. Austretender Leim kann im Inneren der Schubladen sehr einfach entfernt werden.

Nach dem durchhärten des Lacks kann verleimt werden. Austretender Leim kann im Inneren der Schubladen sehr einfach entfernt werden.

Kupplungsstücke halten die Schublade am Beschlag. An der Rückseite muss ein Loch gebohrt werden, in das die Höhenverstellung greift.

Kupplungsstücke halten die Schublade am Beschlag. An der Rückseite muss ein Loch gebohrt werden, in das die Höhenverstellung greift.

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Die Montage der Unterflur-Führungen ist sehr einfach. Ich weiß, dass sich viele Holzwerker damit schwertun, aber im Prinzip ist der Bau von Schubladen mit diesen Beschlägen einfach nur der Bau ganz stur nach Zeichnung. Demnach werden auch die Führungen wie zuvor geplant montiert. Die genaue Positionierung ist auch kein Problem. Sie müssen sich lediglich ein Restholz als Abstandhalter mit der passenden Breite (in diesem Fall 162mm) zuschneiden. Der Abstandhalter kommt auf die unterste Schiene, darauf dann die nächste Schiene. Ganz ohne Anzeichnen und Messen. Mittels Zentrierbohrer ist auch die Befestigung selbst kein großes Problem. Mit ein paar Hilfsmitteln verlieren Schubladen und die dazugehörigen Beschläge also ganz schnell Ihren Schrecken.

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Ein Abstandhalter sorgt für die genaue Positionierung der Schubladenbeschläge. Das wird genauer als Messen und Anzeichnen.

Ein Abstandhalter sorgt für die genaue Positionierung der Schubladenbeschläge. Das wird genauer als Messen und Anzeichnen.

Die Schubladen sind fertig. Jetzt fehlen nur noch die Frontblenden mit den gefrästen Griffen.

Die Schubladen sind fertig. Jetzt fehlen nur noch die Frontblenden mit den gefrästen Griffen.

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