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Ein neuer Fräsanschlag - Teil 2

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 05.09.2017

Im zweiten Teil geht es nun um die verschiebbaren Anschlagbacken und die Befestigung des Anschlages auf dem Frästisch.

Die Befestigung des kompletten Anschlages auf dem Tisch erfolgt mit Klemmhebeln und T-Nut-Schienen. Die Schienen hatte ich schon vor einiger Zeit am Frästisch angebracht. Ursprünglich dienten sie in erster Linie zur Befestigung von Stoppklötzen und Andruckfedern. Dazu mussten sie nicht exakt mit der Tischoberfläche fluchten. Damit der Anschlag richtig befestigt werden kann und sich dabei nicht verwindet, müssen sie jedoch ganz genau mit der Tischoberfläche abschließen. Ich habe sie daher schlicht und ergreifend mit ein wenig Klebeband unterlegt. Jetzt kann der Anschlag mit Klemmhebeln und passenden Sechskant-Schrauben daran befestigt und frei verschoben werden. Momentan sind das noch 1/4 Zoll Schrauben, da die vorhandenen Schienen das so vorgeben. Am neuen Frästisch werde ich T-Nut Schienen für M8-Schrauben und entsprechende Hebel verwenden

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Nur Vorerst: Die kleinen Hebel werden später noch durch größere ersatzt.

Nur Vorerst: Die kleinen Hebel werden später noch durch größere ersatzt.

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Wesentlich schwieriger gestaltete sich die Befestigung der verschiebbaren Anschlagbacken. Übliche M8 Schraubenköpfe hielten nicht richtig in der Nut, sie müssten weiter in der Nut zurück. Ich habe einige Zeit mit verschiedenen Unterlegscheiben experimentiert, bis ich die hier gezeigte Lösung fand: Auf die Schraube werden zwei Kunststoffscheiben geschoben. Sie wirken in der Nut wie ein Gleitlager. Der Anschlag liegt also nicht auf der Schraube auf, sondern auf den Scheiben. Der Schraubenkopf kommt dadurch in die optimale Position und die Klemmung funktioniert. Die Schraubenköpfe habe ich etwas abschleifen müssen. Sie waren zu dick, so dass eine Kunststoffscheibe zu wenig war und zwei davon zu viel. So passt es jetzt perfekt. Die Anschlagbacken rutschen fast geräuschlos und spielfrei. Allerdings erst nachdem ich in die Nuten ein wenig Trockenschmiermittel gesprüht habe.

Warum eigentlich Alu?
Man kann die verschiebbaren Backen für einen Frästischanschlag natürlich auch aus einem Holzwerkstoff fertigen. Dieser ist dann idealerweise noch mit Kunststoff beschichtet, damit die Werkstücke gut daran entlang gleiten. Außerdem nutzen sich beschichtete Werkstoffe nicht so schnell ab wie unbeschichtete. Zur Befestigung von Hilfsmitteln (wird in Teil 3 gezeigt) kann man auch noch T-Nut-Schienen einlassen. Ich habe mich ganz bewusst für die teurere Lösung mit Alu-Profilen entschieden. Da muss ich mir keine Gedanken über die Abnutzung machen und habe gleich mehrere T-Nuten im Profil.  Ich muss mir auch nie mehr Gedanken darüber machen, ob die Anschlagbacken gerade sind, oder eventuell verzogen. Außerdem spare ich noch ein wenig Zeit, die ich dann anders nutzen kann. Für mich überwiegen also die Vorteile. Das soll nun aber nicht bedeuten, dass eine Lösung mit selbstgebauten Backen aus einem Holzwerkstoff schlechter sein muss. Es bleibt also Ihnen überlassen, ob Sie an dieser Stelle lieber Geld, oder Zeit investieren.

Zoll oder metrisch?
Bevor ich mit der Befestigung der Anschlagbacken begann, muste ich mich entscheiden, welche Seite nach außen sollte. Wie bereits im ersten Teil erwähnt, hat der Anschlag auf einer Seite Nuten mit metrischen Maßen (M8) und auf der anderen Seite T-Nuten für 1/4 Zoll Schraubenköpfe. Meine Entscheidung fiel zu Gunsten der Zoll-Nuten aus. Man bekommt dafür viele fertige Zubehörteile und auch die Beschaffung passender Klemmhebel und Sternschrauben ist kein Problem.

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Fast schon eine Art Gleitlager.

Fast schon eine Art Gleitlager.

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Geklemmt werden die Alu-Backen mit Klemmhebeln. Das ist bequem und erfordert nur wenig Kraft. Eine halbe Umdrehung reicht zum Öffnen und Schließen. Gegenüber meinem vorherigen Anschlag mit seinen kleinen Klemmschrauben ein deutlicher Komfortgewinn.

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Solche Spannhebel sind leichter zu bedienen als Sterngriffe.

Solche Spannhebel sind leichter zu bedienen als Sterngriffe.

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Die beiden Anschlagbacken müssen genau fluchten und eine gerade Linie ergeben. Tun sie das nicht, wird die Fräsung ungenau oder das Werkstück eckt an. Die Holzkonstruktion ist mir schon sehr gut gelungen, aber kleine Ungenauigkeiten haben sich eingeschlichen. Nicht viel (etwa 0,2mm) aber störend. Die hintere Backe habe ich als Referenz genommen und die vordere an ihr ausgerichtet. Ausgerichtet habe ich einfach durch Aufkleben eines dünnen Klebebandes. Ein paar Streifen an der richtigen Stelle und der Anschlag fluchtet ganz genau und ist im rechten Winkel zum Tisch.

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Detailarbeit: Das Ausrichten der Backen.

Detailarbeit: Das Ausrichten der Backen.

Der Winkel stimmt.

Der Winkel stimmt.

Auch die Flucht stimmt ganz genau.

Auch die Flucht stimmt ganz genau.

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Damit die Absaugung gut funktioniert, muss sie möglichst dicht geschlossen sein. Nach dem Ausrichten der Anschlagbacken und einem Funktionstest konnte ich den Deckel für die Absaugung zuschneiden. Ich habe ihn aber nicht, wie alle anderen Teile, angeleimt, sondern nur aufgeschraubt. Später wird an diesem Teil noch die Aufnahme für unterschiedliche Vorrichtungen angebracht.

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Der Deckel für die Absaugung wird nur verschraubt - Man weiß ja nie...

Der Deckel für die Absaugung wird nur verschraubt - Man weiß ja nie...

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Die Anschlagbacken sollen möglichst dicht an das Fräswerkzeug herangeschoben werden können. Das funktioniert aber nur, wenn sie schräg sind. Das Abschrägen der Alu-Backen ging erstaunlich gut auf der Tischkreissäge, selbst ohne spezielles Sägeblatt. In mehreren Schritten wurden die Enden auf 45° abgeschnitten. Die Schnittkanten wurden im Anschluss noch etwas mit der Feile entgratet.

Das Alu ist dick und wird Schrittweise gesägt.

Das Alu ist dick und wird Schrittweise gesägt.

Eine Schutzbrille ist beim Sägen von Aluminium Pflicht.

Eine Schutzbrille ist beim Sägen von Aluminium Pflicht.

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Der Anschlag ist somit funktionstüchtig. Damit Schmutz weniger haftet und das Ganze etwas besser aussieht (das Auge fräst mit) habe ich noch zwei Schichten Wasserlack aufgebracht. Der Anschlag selbst ist damit fertig und einsatzbereit. Im dritten Teil bekommt er dann aber noch ein paar Zubehörteile wie Fingerschutz, Andruckfedern, Stoppklötze  und ein Vorsatzbrett spendiert.

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Der Zwischenstand

Der Zwischenstand

Ein kleiner Vorgeschmack auf Teil drei.

Ein kleiner Vorgeschmack auf Teil drei.

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