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Auf den Winkel kommt es an

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 09.05.2017

In der aktuellen Ausgabe (Nr. 65) ist ein Artikel zum Thema Hobel No62 enthalten. Darin geht es auch um unterschiedliche Schnittwinkel beim Hobeln. In diesem Zusammenhang kommt man unweigerlich auch zu der Frage, wie man denn nun zu diesen unterschiedlichen Schnittwinkeln kommt. Vor allem Holzwerker mit nur wenig Erfahrung beim Schärfen tun sich da gelegentlich schwer. Im Prinzip ist es aber recht simpel.

Bei einem Hobel, bei dem die Fase oben liegt, kann man durch verändern des Fasenwinkels den Hobel an die jeweilige Aufgabe anpassen. So verlangt das Hobeln von Hirnholz nach einem sehr flachen Winkel von 20° bis 25°. Sehr wild gewachsenes Holz zeigt beim Hobeln gerne tiefe Ausrisse. Das kann durch einen sehr steilen Fasenwinkel von bis zu 50° verhindert werden. Zusammen mit einem Bettungswinkel von 12° erhält man dann den Schnittwinkel. Bei Stemmeisen macht es Sinn einen steileren Winkel zu wählen, wenn sehr hartes und astiges Holz bearbeitet wird. Eine Schneide mit einem steilen Fasenwinkel von 35° wird dann nicht so schnell abstumpfen wie mit einem Winkel von 25°. Im Gegenzug dazu eignet sich ein Stemmeisen mit einem flachen Fasenwinkel von 25° besser dazu feine Nacharbeiten ohne Klüpfel durchzuführen.

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Vor allem für Anwender von Flachwinkelhobeln ist das Thema Schnittwinkel von Bedeutung.

Vor allem für Anwender von Flachwinkelhobeln ist das Thema Schnittwinkel von Bedeutung.

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Aber wie kommt denn nun der neue Winkel an das Eisen? In der Regel durch Umschleifen. Viele Werkzeughersteller liefern ihre Werkzeuge mit einem Fasenwinkel von 25° aus. Ideal für feine Nacharbeiten und die Bearbeitung von Hirnholz. Also das, was man eher selten macht. Warum die Hersteller das dennoch so machen hat einen einfachen Grund: Sie überlassen es dem Anwender den benötigten Schnittwinkel ans Werkzeug zu schleifen. Ausgehend von einem Flachen Winkel ist das viel einfacher, als von einem steilen Fasenwinkel. Das hört sich nach viel Arbeit an, dem ist aber nicht so. Richten Sie das Augenmerk lediglich auf den Teil der Schneide, der die Arbeit macht, also die ersten Millimeter der Fase. Nur dieser Teil des Hobeleisens muss umgeschliffen werden. Bei jedem Schärfen wird das Eisen mehr und mehr in den neuen Winkel geschliffen. Irgendwann, nach mehrmaligem Nachschärfen ist es dann komplett im neuen Winkel geschliffen.

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Nur der vordere Bereich muss umgeschliffen werden.

Nur der vordere Bereich muss umgeschliffen werden.

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Bei einer Zweibackenführung ist es im Vorfeld oft notwendig sich eine weitere Schablone anzufertigen, um das zu schärfende Eisen in der richtigen Länge einspannen zu können. Der Abstand könnte errechnet werden, dazu muss aber die Führung erst einmal genau vermessen werden. Das ist nicht ganz einfach und fehlerträchtig. Praktischer ist da der Weg über eine einfache Winkelschablone aus Pappe. Auf einem Stück fester Pappe wird der benötigte Winkel mit einem Geodreieckes aufgezeichnet. Die Pappschablone wird ausgeschnitten. Mit Hilfe der Schablone wird das Hobel- oder Stemmeisen in der Führung positioniert. In der Regel kommt es hierbei nicht auf ein halbes Grad an. Anhand des so positionierten Eisens in der Führung wird die Schablone aus zwei Resthölzern angefertigt. Vergessen Sie nicht, die neue Schablone auch zu beschriften.

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Sogenannte "Zweibacken-Führungen" gibt es in unterschiedlichen Ausführungen-

Sogenannte "Zweibacken-Führungen" gibt es in unterschiedlichen Ausführungen-

Eine einfache Pappschablone erspart das Messen und Rechnen.

Eine einfache Pappschablone erspart das Messen und Rechnen.

Das eingespannte Werkzeug gibt die Holzschbalone vor.

Das eingespannte Werkzeug gibt die Holzschbalone vor.

Der neue Schnittwinkel wird angeschliffen

Der neue Schnittwinkel wird angeschliffen

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Welche Schnittwinkel man nun genau an welchem Werkzeug verwendet ist eine Sache der persönlichen Vorlieben, Arbeitsweisen und Erfahrungswerte. Das macht jeder Holzwerker anders. Ich persönlich verwende folgende Schnittwinkel:

  • Stemmeisen: 30°
  • Schrägbeitel: 25°
  • Fishtail-Eisen: 25°
  • Hobeln von Hirnholz: 37°
  • Hobeln von Flächen: 47°
  • Hobeln von extrem schwierigem Holz: 62°

Bei genauerer Betrachtung ist das also nicht wirklich kompliziert.

Übrigens: Sie können mir hier auch gerne Fragen zum Artikel "62: Die Nummer für alle Fälle" aus Heft Nr. 65 stellen. Auch die Produktvorstellung der Lie-Nielsen Führung zum Schärfen war von mir. Auch dazu können Sie gerne Ihre Frage per Kommentar stellen.

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