Bitte warten Sie.'

Die Seite wird geladen.'


Home > Blog > Dominik Ricker > Vom Seiler, Küfer und Korbflechter…

Vom Seiler, Küfer und Korbflechter…

Verfasst von: Dominik Ricker | 10.09.2020

Am Anfang von etwas Großem steht meist ein Plan. Manchmal fehlt leider die Zeit, um diesen Wirklichkeit werden zu lassen. So habe auch ich schon des Öfteren Pläne von mir entdeckt, die ich vor 10 Jahren gezeichnet habe und erst jetzt umsetze.
Beim Projekt "Kloster Campus Galli” ist das ähnlich. Allerdings wurde der Plan hierfür bereits vor 1200 Jahren gefertigt.

Im kleinen Dorf Meßkirch nahe des Bodensees wird eben dieser Plan nun mit den Mitteln und Möglichkeiten des Jahres 800 n.Chr. umgesetzt.

Die Gelehrten unserer Zeit streiten sich zwar gerne darüber, was es damals denn nun wirklich gab und was nicht, mich haben dagegen wieder nur die Lösungen der damaligen Zeit interessiert. 

Besonders aufgefallen ist mir der Umgang mit den Eigenarten des Holzes. Während in der Tischlerei nur gerade gewachsene Bäume erwünscht sind, hat man sich früher vor allem den "komplizierten” Wuchs von Astgabeln zu Nutze gemacht. So spart man sich das Herstellen einer aufwändigen Verbindung. Die Stabilität der dürfte dabei sogar noch die handwerklich hergestellte Verbindung übertreffen.


Bild: Dominik Ricker

Nehmen, was da ist: Astgabelungen erleichtern die Arbeit ungemein.


Beim Herstellen der Schindeln wird ebenfalls wieder die Wuchsrichtung beachtet. Quer zur Faser wird das Holz mit dem Schindelmesser getrennt und ohne mühevolles Aufsägen erhält man gleichmäßige und gerade Bauteile.

Das gelingt wohlgemerkt nicht immer und es muss gegebenenfalls nachgearbeitet werden.
Dennoch sehe ich dafür schon Möglichkeiten zur Anwendung im Möbelbau, bspw. bei der Herstellung von Zapfen. Ein befreundeter Tischlermeister gab mir den Hinweis, dass diese Technik bei japanischen Tischlern wohl durchaus üblich ist.


Bild: Dominik Ricker

Die bereits im letzten Blog erwähnten Seile und Holznägel kann man bei dieser Dachkonstruktion gut erkennen.


Hier sieht man eine schöne Kirche aus Holz und Lehm. Die Fenster sind statt mit Scheiben mit Tierhäuten bespannt. Ein wenig makaber, aber immerhin lichtdurchlässig. Viel interessanter erscheint mir das eingenutete Gefach. Bislang kannte ich nur mit Weiden und Lehm gefüllte Gefache beim Fachwerk. Hier wurden die überlappend angeordneten Bretter wie eine große Rahmenfüllung angeordnet. Was die Zimmerer in groß gemacht haben, wäre doch auch mal im kleineren Maßstab schön umzusetzen.

Bild: Dominik Ricker

Der aus Zweigen gewebte Sichtschutz schreit ebenfalls nach einer Umsetzung als Möbelfront


Bis hierhin war meine Reise zumindest für mich sehr inspirierend. Im nächsten Beitrag finden wir uns dann wieder in der Gegenwart ein und werden im Bregenzerwald Arbeiten finden, die traditionellen Techniken eine neue Erscheinung gegeben haben.

 
   
Kommentare (2)
Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben

Sie sind nicht eingeloggt

Suche

Suchtext:

Dominik Ricker

Dominik Ricker ist Kursleiter und Autor für HolzWerken. Als gelernter Tischler mit Studium des Industriedesigns pendelt er genauso zwischen Berlin und der niedersächsichen Provinz, wo seine Kurswerkstatt steht, wie zwischen traditionellen Techniken und modernen Designs. 

In seinem Blog nimmt er uns mit in seine Werkstatt, zu interessanten Unternehmen und "places of interest" rund um das Thema Holz. 

Mo Di Mi Do Fr Sa So
            1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30