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Stuhlbau 2: Die ersten Skizzen - Entwerfen am Computer

Verfasst von: Dominik Ricker | 13.11.2020

Bereits im letzten Blogbeitrag ging es um die Ergonomie beim Stuhlbau.

Ein befreundeter Architekt findet es furchtbar, wenn man Objekte direkt am Computer entwirft. Das würde für Einschränkungen bei der Gestaltung sorgen, weil man sich den Vorgaben des CAD-Programms unterwirft. Zudem beginnt man viel zu schnell damit sauber zu konstruieren und sich in Details zu verlieren, als zunächst die Proportionen und Linienführungen zu erfahren.

Eine Mischung aus beidem ist daher eine gute Wahl: Ich kritzel immer wieder in meinem kleinen Skizzenbuch, bis ich den Punkt erreicht habe und mir denke "Das sieht gut aus, ab an den Computer”.

Hier zeigen sich dann schnell die Grenzen der Physik, bzw. es werden Probleme bei Verbindungen deutlich, die man vorher so nicht bedacht hatte. Noch ärgerlicher wäre es allerdings diese Erfahrung im Bau festzustellen. Daher bin ich auch beim traditionellen Möbelbau manchmal ganz froh, mich durch CAD absichern zu können. Wenn ich in 30 Jahren genug Erfahrung im Möbelbau gesammelt habe, brauche ich vielleicht auch kein CAD mehr ;)


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So ungefähr soll er aussehen: Noch etwas grob.


Ich will nicht jedes Detail vorab durchplanen, wie der genaue Querschnitt ausgearbeitet wird entscheide ich beim Bau. Vielleicht werden die Beine konvex ausgehobelt oder leicht konisch? So vermeide ich stumpfes Arbeiten nach Plan und erst am wirklichen Möbel kann man die Proportionen auch vollends erfassen.


2

Die Leisten werden später noch einen Rahmen für den Sitz aufnehmen.


3

Auch nur ein Detail, aber entscheidend für den Charakter: Fase oder Radius?


Ein Mausklick bei einem kleinen Detail kann prägend für ein ganzes Objekt sein. Hier wird der Unterschied zwischen Fase und Radius deutlich. Während der Radius gut zur geschwungenen Rückenlehne passt und insgesamt für Harmonie sorgt, bricht die Fase diese Harmonie. Jetzt müssen wir uns nur noch entscheiden, was gewollt ist…


4

"Wenn es rund wird, hört das Geld verdienen auf”


Diesen Spruch von meinem Ausbilder werde ich so schnell nicht vergessen, für mich lag der Reiz doch immer bei möglichst aufwendigen Formen. Doch im gewerblichen Betrieb ist keine Zeit für Rückschläge und Experimente, genau das erwartet uns aber bei dieser Rückenlehne. In Ausgabe 86 und 87 der Zeitschrift Holzwerken habe ich das Thema Dampfbiegen schon behandelt, so viel wird da schon nicht schief gehen ;)

Der erste CAD-Entwurf für den Stuhl steht somit, im nächsten Beitrag wird es dann heiß...

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Dominik Ricker

Dominik Ricker ist Kursleiter und Autor für HolzWerken. Als gelernter Tischler mit Studium des Industriedesigns pendelt er genauso zwischen Berlin und der niedersächsichen Provinz, wo seine Kurswerkstatt steht, wie zwischen traditionellen Techniken und modernen Designs. 

In seinem Blog nimmt er uns mit in seine Werkstatt, zu interessanten Unternehmen und "places of interest" rund um das Thema Holz. 

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