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Öl, Wachs und Pigmente: Mischen und Experimentieren

Verfasst von: Dominik Ricker | 31.07.2020

Im heutigen Blog wollen wir mal ein wenig experimentieren.

Die Herstellung von Oberflächenmitteln hat lange Tradition im Tischlerhandwerk. Wir verwenden nur natürliche Inhaltsstoffe: Kohletabletten, Walnussöl und Orangenöl aus dem Reformhaus, Bienenwachs vom Imker oder Regionalmarkt .

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Walnussöl ist im Gegensatz zu Leinöl weniger gelbstichig, braucht dafür allerdings etwas länger zum Aushärten. Die Kohletabletten werden im Mörser zerstoßen und mit dem Walnussöl vermischt. Als Alternative kann auch Kalk verwendet werden, um das Holz aufzuhellen.

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Der Auftrag erfolgt auf einem grobporigen Holz, wird ein wenig stehen gelassen und nach 30 Minuten abgenommen. Die Farbpartikel setzen sich in den Poren ab und hinterlassen so einen deutlichen Kontrast. Zuviel des Guten erinnert schnell an "Eiche rustikal", dezent eingesetzt kann es für Kontraste innerhalb eines Möbelstücks sorgen. So könnten beispielsweise Griffe oder Keile bei Massivholzmöbeln betont werden. "Gekälkte" Oberflächen lassen dazu die Eiche dagegen viel leichter wirken und können auch großflächig angewendet werden.

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Um die Oberfläche zu schützen, stellen wir nun unser eigenes Möbelwachs her. Diese einfache Rezeptur wird von mir besonders gerne beim Drechseln verwendet, lässt sich aber auch hervorragend auf Möbeln einsetzen.

Wir geben Walnussöl und Bienenwachs im Verhältnis von 70:30 in ein Glasbehältnis und erwärmen die Komponenten im Wasserbad. Der Schmelzpunkt von Bienenwachs liegt bei circa. 60°Celsius, es ist daher nicht nötig, das Wasser kochen zu lassen.

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Sofern das Wachs geschmolzen ist, verrühren wir alles vorsichtig mit einem kleinen Holzstab und entnehmen das Glas dem Wassertopf. Nun geben wir einige Tropfen Orangenöl hinzu. Dies sorgt zum einen für einen angenehmen Geruch, macht aber auch die anschließende Verarbeitung einfacher.

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Nach dem Erkalten kann mit dem Auftrag begonnen werden. Sollte die Mixtur zu hart/flüssig sein, einfach zurück in den Topf und mehr Öl/Wachs hinzufügen. Man kann die Konsistenz individuell zusammenstellen, je höher der Wachsanteil, desto schwieriger ist der Auftrag. Dafür lässt es sich hinterher mit einem Baumwolltuch auch zu mehr Glanz polieren. In kühleren Wintermonaten kann das Gemisch dann allerdings so hart werden, dass es sich gar nicht mehr verteilen lässt. Einfach kurz auf die Heizung stellen und das Problem löst sich (von selbst).

Viel Spaß beim Experimentieren, mit Farbpigmenten können hier alle erdenklichen Farbspiele stattfinden. Das mag für den Möbelbau etwas zu gewagt sein, findet bei Kinderspielzeug dagegen oft große Begeisterung.
In einem folgenden Artikel widmen wir uns dann einem Schellackgemisch, dass mehr Glanz auf unsere Möbel bringen soll.

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Dominik Ricker

Dominik Ricker ist Kursleiter und Autor für HolzWerken. Als gelernter Tischler mit Studium des Industriedesigns pendelt er genauso zwischen Berlin und der niedersächsichen Provinz, wo seine Kurswerkstatt steht, wie zwischen traditionellen Techniken und modernen Designs. 

In seinem Blog nimmt er uns mit in seine Werkstatt, zu interessanten Unternehmen und "places of interest" rund um das Thema Holz. 

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